Full text: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

587 
auch das Wollen der denkenden und im wahren Sinne des 
Worts menschenfreundlichen Naturen sehr entschieden afficiren 
müssen. Die Lage ist seitdem viel klarer geworden. Man 
täuscht sich nicht mehr über die gewaltigen Schwierigkeiten, 
die sich einer bessern Art der Entwicklung entgegenstellen. Die 
kurzsichtige Verranntheit und der frivole TJebermuth sind auf 
der einen Seite so gross, dass die Chancen einer von der an 
dern Seite her zu bewerkstelligenden Verständigung äusserst 
gering erscheinen müssen. Welche Gestalt aber auch immer 
hin die Schicksale der modernen Gewaltgesellschaften anneh 
men mögen, so bleiben die leitenden Ideen der Um- und Neu 
bildung doch an sich selbst unbetroffen. Die Formen der Aus 
führung und die Zwischenschicksale, die sich bis zu einem 
Hauptstadium einschieben mögen, sind Fragen zweiter Ordnung. 
Wenn sich zwei Personen mit einander in irgend einer Bezie 
hung zu arr an giren haben, so hängt die besondere Gestalt, in wel 
cher die Auseinandersetzung stattfinden mag, von dem Wissen 
und Wollen der Betheiligten ab. Der Mangel an Einsicht und 
gutem Willen oder auch blos an dem letzteren braucht nur bei 
der einen Partei vorhanden zu sein, um jede gemeinschaftliche 
Lösung auszuschliossen und den Weg des Hasses allein noch 
ofifenzulassen. Diese traurige Nothwendigkeit, vermöge deren 
der Mensch für den Menschen immer mehr ein Unheil und 
eine drohende Gefahr wird, kann zwar auch dann, wenn sie 
auf keiner Seite zu einem dauernden Siege führt, schon an 
sich selbst durch das Uebermaass der Uebel eine Besinnung 
der Gemüther auf das Bessere mit sich bringen, bleibt aber 
zunächst immer und unter allen Umständen eine schlimme In 
stanz, welche auch die Muthigsten und Abgehärtetsten sich und 
Andern gern ersparen würden. 
Schon wir jedoch von den Unterschieden der einen oder 
andern Art und Weise ab, in welcher sich die socialitären 
Noth Wendigkeiten vollziehen müssen, und richten wir unser 
Augenmerk ausschliesslich auf die Gestalt der für den neusten 
Standpunkt gewonnenen oder in bestimmterer Gestalt noch 
gewinnbaren Ideen. Vor Allem ist es nicht der am falschen 
Orte, nämlich bezüglich der Kräfte und Eigenschaften des Ar- 
beitorstandes bothätigte Pessimismus, sondern dessen Gegen- 
theil, womit wir zu rechnen haben. In ihren normalen Ein 
richtungen vereinigt die Natur zwei Bestandtheile, um den
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.