Full text : Der Zukunftsstaat und die Lösung der socialen Frage

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Mußestunden  ein  freier  Mann  ist.  Mancher  etablirt  sich  als
Principal  oder  Meister,  der  als  Gehülfe  ein  viel  sorgenfreieres  und
bequemeres  Leben  hatte,  aber  der  Reiz  eines  eigenen  Heerdes  und
die  Liebe  zur  Selbstständigkeit  trieb  ihn  dazu.  Im  Zukunftsstaate
würde  aber  die  Arbeit  nicht  nur  für  Jedermann  eine  Nothwendigkeit ­
  sein,  weil  es  ja  in  demselben  keine  Capitalisten  geben  soll,  die
Andere  für  sich  arbeiten  lassen  könnten,  also  Jeder  sein  Brod  durch
eigne  Arbeit  verdienen  müßte,  sondern  es  würde  mit  dieser  Nothwendigkeit ­
  auch  der  Zwang  verbunden  sein;  denn  da  der  neue  Staat
zugleich  Generalunternehmcr  und  Generalproducent  sein  würde,  so
müßte  dessen  Centralleitung  auch  nothwendigerweise  über  die  gesummten ­
  Arbeitskräfte  unumschränkt  verfügen  und  dieselben  nach
bestem  Ermessen  verwerthen  können,  weil  es  ihr  sonst  nicht  möglich
sein  würde,  die  Staatsarbeitsmaschinerie  in  regelmäßigem  Gange  zu
erhalten,  und  Verwirrung  erzeugende  Stockungen  zu  verhüten.  Demgemäß ­
  würden  denn  auch  von  den  betreffenden  Staatsorganen  den
einzelnen  nunmehrigen  Staatsarbeitern  diejenigen  Geschäfte  und
Arbeiten  zugewiesen  werden  müssen,  für  welche  man  sie  entweder
für  geeignet  hielte,  oder  weil  es  so  das  Staatsinteresse  erheische.
Natiirlich  könnte  dabei  auf  die  Wünsche  der  Einzelnen  nicht  jederzeit
Rücksicht  genommen  werden.  Ebensowenig  würde  ein  Berufswechsel
statthaft  sein,  sicherlich  wiirden  dann  aber  die  mit  ihrem  Arbeitsloose ­
  Unzufriedenen  die  Arbeitsämter  mit  Versetzungsgesuchen  bestürmen ­
  lind  wenn  erfolglos,  wie  gefangene  Löwen  an  ihren  Ketten
rasseln,  und  selbst  die  Schwächeren  und  Geduldigeren  unter  ihnen
in  ihrer  trostlosen  Gefangcnhausstimmung  in  den  Ruf  der  Starkem
nach  unbedingter  Berufsfreiheit  und  Freizügigkeit  nicht  nur  begeistert
einstimmen,  sondern  auch  gemeinsam  mit  diesen  das  aufgezwungenc
Arbeitsjoch  gewaltsam  abzustreifen  suchen.
Auch  diejenigen,  welche  jetzt  unter  dem  Drucke  der  Nothwendigkeit ­
  selbst  die  schmutzigsten,  ekelhaftesten,  die  schwersten,  die  gesundheitsschädlichen ­
  oder  lebensgefährlichen  Arbeiten  verrichten,  würden
im  Zukunftsstaate  murren  und  sich  mit  Grund  darüber  beschweren
            
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