Full text : Der Zukunftsstaat und die Lösung der socialen Frage

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Denn  unzweifelhaft  ist  der  Unterricht  eine  unversiegbare  Quelle
der  Vervollkommnung  und  Hebung  jeder  wirthschaftlichen  Thätigkeit
und  ihrer  Erfolge.  Mit  der  Bildung  eines  Volkes  hält  die  Gütererzeugung, ­
  der  Wohlstand  und  die  Wohlfahrt  desselben  gleichen
Schritt.  Bildung  ist  die  sicherste  Grundlage  der  Sittlichkeit  und
des  Wohlstandes,  sie  ist  die  stärkste  Triebfeder  zur  Arbeit  und
schützt  nicht  bloß  gegen  Armuth,  sondern  beseitigt  auch  die  Gefahren
des  Reichthums.  —  Es  sollten  darum  selbst  in  den  Volksschulen
die  Grundlehren  der  Nationalökonomie  einen  Unterrichtsgegcnstand
bilden,  vom  Staate  bestellte  Wanderlehrer  durch  öffentliche  Vorträge ­
  das  Volk  in  Volks-  und  sinanzwirthschaftlichen  Dingen  aufzuklären ­
  suchen,  damit  auch  die  Klasse  der  Arbeiter  und  der  lleinen
Gewerbsleute  einen  klaren  Einblick  in  das  wirthschaftliche  Leben
erhalten  und  dieses  richtiger  verstehen  und  beurtheilen  lernen.  Dann
würden  sie  einsehen,  daß  z.  B.  die  unbeschränkte  Handels-  und  Gewerbcfreiheit,
  sowie  die  Freiheit  im  Allgemeinen  nicht  unter  allen
Umständen  und  jederzeit  als  wünschenswerth  erscheint;  ihnen  würde
zugleich  die  Heiligkeit  und  Unverletzlichkeit  des  Eigenthumsrcchts,
des  Erbrechts  und  des  Familienhaushalts,  die  Grundbedingung
aller  socialen  und  politischen  Menschcnordnung,  zum  Bewußtsein
kommen;  sie  würden  auch  erkennen,  daß  gewisse  Ideologen  und
Demagogen  mit  ihren  angeblichen  Weltbeglückungspläncn  lediglich
den  Zweck  verfolgen,  die  Massen,  namentlich  die  Arbeiter  an  sich
zu  locken,  um  sie  als  Sturmböcke  gegen  die  bestehende  Rechtsordnung
zu  mißbrauchen.
Da  Universitäten,  Akademien,  Gymnasien,  Real-,  Bürger-  und
Volksschulen  nicht  genügen,  die  Jugend  zu  jedem  Berufe  auszubilden, ­
  so  sind  Behufs  Ergänzung  dieser  Berufsanstalten  von  Staat
und  Communen,  insofern  dies  nicht  bereits  geschehen  ist,  noch
Handels-,  Handwerker-,  Ackerbau-  und  Fortbildungsschulen  für
Knaben  und  Jünglinge,  sowie  für  Mädchen  und  Jungfrauen
Anstalten  zur  Unterweisung  in  allerlei  weiblichen  Arbeiten  zu
errichten.
            
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