Full text : Preußisches Landbuch

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verwendet.  Das  Vermögen  der  Kasse  hatte  sich  Ende  1863  auf
255,000  Thlr.  vermehrt.
Kurmärkscher  Stipendienfondö.
Derselbe  ist  von  dem  Kurfürsten  Friedrich  Wilhelm  1686  (Koch  II.
S.  901)  aus  märkischen  Fonds  gegründet  und  für  märkische  Landsleute
(also  einschließlich  der  jetzt  zur  Provinz  Sachsen  geschlagenen  Altmark)
bestimmt.  Die  Bewerber,  welche  in  Berlin  studiren  müssen,  erhalten
auf  beigebrachte  Zeugnisse  der  Bedürftigkeit  und  guten  Führung  das
Stipendium  auf  3  Jahre,  sind  von  Entrichtung  der  Honorare  für  Privatkollcgia
  der  Professoren  befreit,  müffen  aber  beim  Abgänge  eine  lateinische ­
  Rede  in  der  Universität  halten,  auch  eine  lateinische  Abhandlung
über  irgend  eine  wissenschaftliche  Materie  einreichen.  Die  Kollation
steht  den  Kuratoren,  dem  Kultus-Minister  und  dem  Direktor  der  Abtheilung ­
  für  Unterrichts-Angelegenheiten  im  Kultus-Ministerium  zu.
Die  Einnahme  betrug  im  Jahre  1859  an  Zinsen  von  Kapitalien
14751  Thlr.  Davon  wurden  verwendet:  175^-Thlr.  zurBermehrung  des
Fonds;  50  Thlr  zu  Anschaffungen  für  die  Universitäts-Bibliothek  zu
Berlin;  50  Thlr.  zum  Honorar  des  professor  eloquentiae  der  Universität ­
  Berlin;  1100  Thlr.  zu  11  Stipendien  im  Betrage  von  je
100  Thlr.  für  11  geborene,  in  Berlin  studircnde  Märker;  100  Thlr.
zu  2  Stipendien  von  je  50  Thlr.
Kurrende-Stiftung  zu  Tangermitnde.
Sie  besteht  seit  1598  zum  Zweck  eines  wöchentlichen  zweimaligen
Singcns  von  Chorälen  vor  den  Häusern.  Fonds  350  Thlr.,  wobei  ein
Zuschuß  von  17  Thlr.  aus  der  Staatskasse.
Joh.  Christiane  Kn  the,
Wittwe  eines  Freigärtncrs  zu  Schönborn  (Liegnitz)  vermachte  (1860)
der  dortigen  Orts-Armenkasse  100  Thlr.,  deren  Zinsen  zur  Unterstützung ­
  hilfsbedürftiger  Ortsarmen  verwandt  werden  sollen.  Die  ev.
Schule  des  Orts  erhielt  gleichfalls  100  Thlr.,  deren  Zinsen  zur  Anschaffung ­
  von  Schulbüchern  für  arme  Kinder  bestimmt  sind.
I.  Stan.  Kntowski,
Weihbischof,  begründete  (1841)  bei  dem  Gymnasium  in  Kulm  eine
Stipendien  -  Stiftung  für  angehende  katholische  Theologen.  Kapital
1400  Thlr.
Georg  Daniel  Kypke,
Professor  zu  Königsberg,  bestimmte  1778,  daß  sein  Vermögen  so  lange
affervirt  und  vom  akademischen  Senat  der  Universität  verwaltet  werden
sollte,  bis  es  auf  wenigstens  50,000  fl.  angewachsen  sein  würde;  alsdann ­
  sollten  entweder  bequem  gelegene  und  brauchbare  Häuser  angekauft ­
  und  zu  einer  Stiftung  eingerichtet  werden,  in  welcher  Studircnde
unter  der  Aufsicht  eines  akademischen  Dozenten  unentgeltlich  beisammen
wohnen  könnten,  oder  es  sollte  ein  Gebäude  zu  diesem  besondern  Zweck
errichtet  werden.  Der  Ankauf  eines  Gebäudes  wurde  1797,  als  der
Fonds  auf  52,000  fl.  angewachsen  war,  bewerkstelligt  für  6200  Thlr.,
            
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