Full text : Preußisches Landbuch

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das  Dorfgericht.  Nach  dem  Willen  des  Erblassers  war  die  Stiftung
bestimmt  für  einen  männlichen  und  einen  weiblichen  Dienstboten  in  der
Gemeinde  Schönan,  welche  sich  am  besten  in  ihrem  Dienste  betragen,
am  längsten  an  einem  Orte  gedient  haben  und  von  unbescholtenem  moralischem ­
  Karakter  sind;  diese  sollten  die  Interessen  beziehen  und  die
Ortsgerichte  am  Ende  eines  jeden  Jahres  die  Interessen  vertheilen.
Die  Zahl  der  Bencsiciateu  ist  später  auf  4  erhöht  und  die  Prämie
eines  jeden  auf  30  resp.  40  Thlr.  festgesetzt  worden.  Ueberschüsie
unter  30  Thlr.  werden  zum  Kapital  geschlagen;  größere  Ueberschüsie
zur  Prämiirung  noch  eines  Dieststbolrn  verwendet.
Schreckenbachsches  Stipendium,
von  der  Ehegattin  des  Andreas  Sehre  ckknbach  zunächst  für  die  Nachkommen ­
  des  Diakonus  define  r  gestiftet,  in  deren  Ermangelung  für
arme  und  dürftige  studirende  Predigcrkinder.  *  Die  Verwaltung  hat  der
Magistrat  zu  Königsberg.
Sibreiberscke  Stiftung  zn  Königsberg.
Der  in  Königsberg  1822  ş  Regierungsrath  Schreiber  vermachte  den
größten  Theil  seines  Nachlasses  zn  milden  Stiftungen.  Er  bestimmte
6000  Thlr.  für  das  Bürger-Rettungs-Jnstitut  zur  Unterstützung  verarmter, ­
  aber  noch  arbeitsfähiger,  Bürger  imb  Handwerker,  wenn  sie
ohne  eigne  Schuld  heruntergekommen  sind;  4000  Thlr.  zu  einem  Stipendium ­
  für  arme  Referendarien;  1000  Thlr.  für  eine  Stiftung  zu
Kants  Gedächtniß;  1000  Thlr.,  zu.  einer  Stiftung  für  die  siöbenichtsche
Elementar-Schule;  1000  Tchlr.  für  das  zu  begründende  Zwangs-Arbeits-Jnstitut;
  666}  Thlr.  şş  Ausstattung  eines  weiblichen  Dienstboten; ­
  200  Thlr.  zur  Unterstützung  '¿hm*  armen  Familie  an  seinem
Todestage  (21.  Febr.).  Gesammt-Sniinm  13)866'  Thlr.  Die  Stiftung ­
  wird  vom  Magistrat  tintesi  Altssicht  dtK  Regierung,  die  Refcrendarien-Stiftung
  vom  Ostpreuß.  Tribunal,  dir  Kantsche  Stiftung  von
der  Universität,  die  Stiftung  für  Dienstboten  von  dem  Polizei-Präsidium
verwaltet.  Zürn  Genuß  der  Zinsen  von  letzterer  sind  weibliche  Dienstboten ­
  berufen,  die  wenigstens  10  Jahre  in  Königsberg  als  Köchin,
Stubenmädchen  oder  Kinderwärterin  ununterbrochen  gedient  und  sich
dabei  treu,  ehrlich  und  gehorsam  gegen  ihre  Herrschaft  betragen,  sowie
der  Wahrheit  und  Arbeitsamkeit  sich  beflissen  haben,  auch  von  keuschen
Sitten  und  frommer  züchtiger  Führung  gewesen  sind  und  sich  hierüber
durch  Zeugnisie  der  Dienstherrschaft,  dcS  Beichtvaters  und  des  Polizei-Kommisiarius
  legitimiren.
Schrei  bersche  Stiftung  zu  Lähn.
Der  1838  zu  Ober-Wernersdorf,  Lkreises  Bolkenhain,  t  pcnsionirtc
Gymnasial-siehrer  Ş  ch  rei  ber  verpachte  letztwillig  sein  gesaiumtes,  in
Grundstücken,  baaren  Geldern  und  Mobilien  bestehendes  Vermögen  zn
einer  Stiftung  zur  Ausstattung  armer  ehrbarer  Jnngfranen  zu  siechn.
Die  Stiftung  ist  1845  ins  sieben  getreten  und  steht  unter  Verwaltung
des  Magistrats.
            
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