Stiftung für Beteranen-Familien zu Görlitz.
Sie ist 1854 zu Ehren des Jubiläums Königs Wilhelm aus ständischen
Fonds mit 1000 Thlr. botivi, und die Zinsen davon werden alljährlich
am 11. Juni an bedürftige, der Landes -Mitleidenheit der Oberlausitz
angehörigc Familien verstorbener Veteranen der Preuß. Armee vertheilt.
Bei gleicher Bedürftigkeit haben Familien den Vorzug, deren als
Veteranen 4 Väter in der Oberlausitz geboren waren oder für ihre Person
derselben angehört hatten. Nur Familien t Veteranen der Preuß.
Armee haben ein Anrecht. Als Veteranen werden betrachtet, welche
mindestens 12 Jahre im aktiven Militairdicnst gestanden oder einen
Feldzug mitgemacht haben und ehrenvoll entlassen, oder während des
tadelfreien Militairdienstes gestorben sind. Sind keine zum Genuß berechtigten
Familien vorhanden, so werden die Zinsen des Fonds für
denselben Zweck zum Kapital geschlagen. Der Landes-Aeltejte vertheilt
die Zinsen und leitet die Verwaltung des Fonds. Die Zinsen werden
in der Regel an 10 Familien vertheilt, und geschieht die Verleihung
für einen dreijährigen Zeitraum (Ständisches Reglement vom
27. Nov. 1854). Eine gleiche Stiftung ist zur Feier der Vermählung
des Kronprinzen Friedrich Wilhelm mit der Kronprinzessin von England
(1858) von den Ständen begründet. Vgl. Stipendien-Fonds zu
Görlitz.
Stiftung für unverheirathete Töchter adeliger Familien zu Görlitz,
1864 von dem Landes-Aeltesten Grafen v. Lo eben und Andern begründet.
Sie steht unter dem Protektorat der altberechtigten rittcrschaftlichen
Stände der Obcrlansitz und zählte 1864 37 Teilnehmer
mit 43 Inskriptions-Rechten à 500 Thlr. Zweck ist, den unverhciratheten
Töchtern adeliger Familien in der Oderlausitz, 'velche mit dem
statutenmäßigen Einschuß-Kapital von mindestens 500 Thlr. an der
Stiftung sich betheiligen, eine ihrem Stande angemessene Existenz durch
Gewährung von Gcld-Präbenden, resp. Ausnahme in ein Ttiftshans
zu sichern und ihnen durch Betheiligung an Anstalten für Werke christlicher
Liebe einen segensreichen Wirkungskreis unter ehrenhaften Verhältnissen
anzuweisen. Eröffnet ist die Stiftung mit 4 Stiftsdamcn
und 2 Fräulein-Stellen, erstere vorläufig mit 120, letztere mit 60 Thlr.
jährlich botivi ; Zahl und Dotirung vermehren sich mit dem Steigen
der Stifts-Einkünfte. Die Stiftung hat unter dem 7. März 1864
die Rechte der juristischen Person erhalten.
Stiftung für emeritirte Geistliche und bischöfliche Beamten zu Heilsberg.
Sie gewährt zwei Personen Wohnung in einem Hause und hat ein
Vermögen von 11,000 Thlr.
Stistunq für unverheirathete weibliche Nachkommen anö adligen Familien des
Herzagthmn Kleve.
Zeitiger Vorsitzender des Kuratoriums ist Gras Lob zu Wissen.
Stiftung für Handwerker zu Koblenz,
1854 mit 400 Thlr. begründet. Das Kapital ist seitdem jährlich um