Full text : Preußisches Landbuch

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HH
welche  sich  dieserhalb  an  chn  wendeten,  über  die  Bedeutung  der  Rilualgesetze
  Belehrung  und  Rath  ertheilte.  Der  Sohn  des  Stifters,  Hof-Juwelier
  Ephraim  Beitel  (s.  Beitel)  vergrößerte  in  seinem  Testaineute
  vorn  6.  Februar  1799  die  Mittel  des  Instituts  und  dehnte  die
Wirksamkeit  desselben  dahin  aus,  daß  die  Talmudschüler  auch  in  andern
nützlichen  Wisienschafteu,  die  auf  ihr  Haupt-Studium  Einfluß  haben,
unterrichtet  werden  sollten.  Die  Erfüllung  dieser  Zwecke  wurde  fociter,
  —  indem  die  sämmtlichen  Fiduciarien,  in  deren  Hände  das  In-Mut
  gegeben  war,  zur  christlichen  Religion  übergingen  —  zweifelhaft
uitb  die  veränderten  Umstände  ließen  cs  nöthig  erscheinen,  der  Stiftung
cinc  andere  Tendenz  zu  geben.  Die  im  Hause  des  Stifters  (Spandauerstr.
  30.)  befindlich  gewesene  jüdische  Lehranstalt  ging  ein.  In
dem  seit  1855  anderwärts  untergebrachten  Institute  werden  die  tal-Niudischen
  Schriften  im  modernen  wissenschaftlichen  Sinne,  das  Aramäische ­
  und  besonders  das  Arabische,  sowie  die  Literaturgeschichte  behandelt. ­
  Die  Borlcsungcn  sind  gratis  und  cS  können  sich  an  denselben
Inden  wie  Christen  betheilige,r.  Das  Lehrer-Personal  besteht  aus  den
OD.  Haarbrttckcr,  Lcbrecht,  Steinschneider  und  Zunz.  Zugleich ­
  wird  in  der  Anstalt  den  Kindern  unbemitteltcr  jüdischer  Eltern
unentgeltlicher  Unterricht  in  der  Religion  ertheilt,  auch  bestehen  Fonds,
nm  mehreren  jüdischen  Seminaristen  Stipendien  zu  verleihen.  Die
-Verleihung  steht  den  Fiduciarien,  die  Aussicht  dem  Provinzial-Schulrtollegium
  zu;  e)  von  Zacharias  Beitel  Ephraim  (+  1779)  welcher  ein
apltal  von  30,000  Thlr.  und  mehrere  Bergwerks  -  Antheile  mit  der
Bestimmung  hinterließ,  daß  von  den  Einkünften  jährlich  415  Thlr.  für
den  Lehrer  jener  Anstalt,  158  Thlr.  zu  Stipendien  für  die  Schüler
verwendet  werden  sollen.  Bon  beni  Reste  sind  50  Thlr.  für  zehn  arme
^  ìnule,  welche  am  Sterbetage  des  Stifters  Gebete  zu  verrichten  haben,
as  Uebrige  zur  Unterstützung  armer  Personen  aus  der  Familie  des
Stifters  und  seiner  Gattin  bestimmt.

s.  L

Leib  ha  Midrasch  zu  Breslau,

elpziger.
            
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