Full text : Preußisches Landbuch

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v.  Türckscher  Stipendien-FondS,
zur  Unterstützung  abgehender  mittelloser  Zöglinge  des  „Civil-Waisenhauses"
  (s.  d.  A.)  durch  Kab.-Ordre  von/  17.  November  1849  genehmigt. ­
  Die  Stiftung  bezweckt,  Jünglingen,  welche  nach  beendigter
Erziehung  aus  dem  Waisenhause  austrcten,  und  Pfleglingen,  welche  aus
besten  Fonds  unterstützt  werden,  wenn  sie  sich  stets  zur  Zufriedenheit
betragen  haben  und  mittellos  sind,  eine  ein-  oder  mehrmalige  Unterstützung ­
  im  Verhältniß  ihrer  Mittellosigkeit  zum  Bedürfniß,  um  sich
für  ihren  Lebensberuf  weiter  ausbilden  zu  können,  zu  gewähren.

Uckermärkscher  Verein  zur  Erziehung  sittlich  verwahrloseter  Kinder.
Begründet  1847.  Vorsitzender  Graf  Schlippenbach  auf  Arendsee.
Die  Erziehung  der  Kinder  bis  zu  ihrer  dereinftigcn  Einsegnung  geschieht ­
  unter  Leitung  eines  mit  väterlicher  Gewalt  bekleideten  Hausvaters
in  Pflegehäusern,  welche  für  die  Geschlechter  gesondert  sind:  solche
Pflegehäuser  bestehen  in  Brüssow  und  Gramzow  (s.  rothes  Haus).
Karl  Gottfr.  Ueberschär,  ¡'
Bauergutsbesitzer  zu  Höfel,  Kreis  Löwenberg  (t  1861),  setzte  dieser
Gemeinde  ein  Vermächtniß  von  300  Thlr.  mit  der  Bestimmung  aus,
daß  die  jährlichen  Zinsen  an  notorische  Arme  derselben  vertheilt  werden ­
  sollen.
Ullmann,
Lehrer  in  Lessendorf  (Freistadt),  widmete  bei  Gelegenheit  der  1860
stattgefuttdcnen  Feier  seines  50  jährigen  Dienstjubiläi  50  Thlr.  zu  einer
Stiftung,  deren  Zinsen  nach  Abrechnung  von  1  Thlr.  jährlich,  welcher
zur  Vermehrung  des  Kapitals  verwendet  werden  soll,  einschließlich  der
Zinsen  des  hierdurch  vermehrten  Kapitals  zum  Ankauf  von  Semmeln
"nd  Kleidungsstücken  verwendet  werden,  und  diese  oui  Weihnachtsabend
an  die  ärmsten  Kinder  der  Ortschaften  Lestendorf,  Mertschütz  und  Bieļitz
  zur  Vertheilung  kommen  sollen.
Ungarischer  Fonds.
Eine  alte  Stiftung  bei  der  Universität  Halle-Wittenberg.  Die  von  M.
Massai  zu  Wittenberg  mit  5163  Thlr.  fundirte»,  später  durch  Juliane ­
  Kubin  y,  geb.  Gaczy  de  GaramSzik  mit  80  Thlr.  und  durch
Or.  Mathias  Temlin  mit  400  Thlr.  Kapital  vermehrten  Beneficien
werden  von  den  Professoren  der  Wittenberger  Stiftung  verliehen.  Die
Stipendien  sollen  nur  bedürftigen  Stndirenden  ans  Ungarn,  vorzugsweise ­
  Theologen,  auf  3—5  Jahre  bewilligt  werden.  Kinder  der  Ungarn, ­
  welche  Etwas  zu  diesen  Benefizien  lcgirten,  oder  solches  zu  thun
Willens  sind,  haben  den  Vorzug.  Jeder  Stipendiat  muß  sich  in  den
drei  Terminen  einen  Abzug  von  1  Dukaten,  und  für  die  Prolongationszeit ­
  von  1  Spczies-Thaler  zur  Vermehrung  des  Fonds  gefallen  lasten.
Das  nach  Abzug  der  stiftungsmäßigen  Abgaben  übrig  Bleibende  soll
dergestalt  gleich  vertheilt  werden,  daß  der  jährliche  Antheil  eines  jeden
            
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