Full text : Preußisches Landbuch

Zeit,  die  evangelische  Kirchengemeinde  zu  Laudan  von  der  Leistung  der
Stolgebühren  ganz  oder  theilweise  zu  befreien.  Zur  Erreichung  dieser
Zwecke  bestimmt  Böhme  20,000  Thlr.,  von  denen  10,000  Thlr.  am
Schlüsse  des  Jahres,  in  welchem  die  landesherrliche  Bestätigung  der
Stiftung  erfolgt,  die  anderen  10,000  Thlr.  spätestens  ein  Jahr  darnach
zahlbar  sind.  Bon  den  Zinsen  dieses  Kapitals  erhalten  die  drei  evangelischen ­
  Geistlichen  jeder  jährlich  100  Thlr.  Die  übrigen  Zinsen  sind
,zum  Kapital  zu  schlagen.  Sobald  das  Kapital  die  Höhe  von  100,000
jtijlr.  erreicht,  werden  die  schon  bestehenden  geistlichen  Aemter  jedes  mit
10,000  Thlr.  aus  den  Einnahmen  der  Stiftung  fipirt  und  es  tritt
dann  eine  gänzliche  oder  doch  theilweise  Aufhebung  der  von  den  Gliedern ­
  der  evangelischen  Kirchengemeinde  zu  leistenden  Stolgebühren  ein.
Die  noch  übrigen  Zinsen  der  100,000  Thlr.  sollen  theils  zur  Bestreitung ­
  der  Bedürfnisse  des  Gottesdienstes  und  des  Kultus  überhaupt,
theils  zur  Sammlung  eines  Reservefonds  dienen.  Die  Art  und  das
Maaß  der  gänzlichen  oder  theilweiscn  Aufhebung  der  Stolgebühren
regelt  das  Kirchen-Rcgiment.  Die  Verwaltung  der  Stiftung  ist.  einem
Verwaltungs-Rathe  anvertraut.  Derselbe  besteht  aus  den  an  der  Stiftung ­
  theilnehmenden  Geistliche»,  dem  Bürgermeister  und  dem  Stadtverordneten-Vorsteher,
  sofern  diese  evangelisch  sind,  sowie  einem  angesehenen ­
  Bürger,  welcher  ven  den  Geistlichen  durch  Stimmenmehrheit
erwählt  wird.  Die  Stelle  des  aus  den  Bürgern  zu  wählenden  Mitgliedes ­
  hat  sich  der  Stifter  ans  Lebenszeit  vorbehalten.  Den  Vorsitz
im  Verwaltungsrathe  führt  der  erste  Geistliche  des  Orts,  die  landesherrliche ­
  Bestätigung  der  Stiftung  aber  ist  am  3.  März  1862  erfolgt.
Martha  Regina  Böhring,
Wittwe  (t  1773)  stiftete  bei  dem  Dom-Gymnasium  zu  Merseburg
(s.  d.)  drei  Stipendien.  Kapital  2500  Thlr.
Pastor  Bökamp  sche  Armen-Stiftung  zu  Wiedenbrück.
Zur  Bekleidung  arnier  Kinder  in  der  Grafschaft  Rictberg  mit  Ausschluß
der  Stadt  Rietberg  und  des  Kirchspiels  Mastholte.  Kapital  6556  Thlr.
'  Levin  v.  Börstel,
Landrath,  stiftete  ein  Stipendium,  das  zunächst  für  Familienglieder  zuin
Besuch  von  Schulen  unb  Universitäten  bestimmt  ist,  auch  zu  Reisen  gegeben ­
  werden  kann.  Das  Kapital  beträgt  (Liseo  S.  319.)  8000  Thlr.
und  die  Verleihung  stand  i.  I.  1845  dem  Pupillen-Kollegium  in  Berlin  zu.
Freiherr  Karl  v.  Bö  se  lager,
schenkte  der  Armen-Verwaltung  zu  Bonn  im  Jahre  1837  ein  Kapital
von  4000  Thlr.  zur  Beförderung  der  sittlichen  und  religiösen  Kultur
mit  der  näheren  Bestimmung,  daß  die  Zinsen  des  Kapitals  zur  Besoldung ­
  eines  von  dem  Erzbischöfe  zu  Köln  zu  ernennenden  ReligionsLehrers ­
  für  die  Kinder  der  Armcn-Freischule  und  für  die  Gefangenen
im  Arresthause  verwendet  werden  sollen;  der  Geistliche  sollte  in  dem
Gebäude  der  Armen-Freischule  wohnen.  Im  Jahr  1856  vermachte  er
u.  A.  dem  katholischen  Waisenhause  in  Bonn  4000  Thlr.  und  eine
            
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