Full text : Die Zucker-Industrie auf Cuba

daß  auf  Munian  das  Rohr  nach  zehn  Monaten  nur  11,21%  Zucker  Lei
3,01%  Glucose,  dagegen  nach  zwanzig  Monaten  21,03  %  Zucker  bei
0,07  %  Glucose  zeigte.  In  Louisiana  war  im  December  das  verarbeitete
Rohr  zuckerreicher  als  das  im  October.  In  den  mittleren  und  unteren
Theilen  des  Halmes  finde  sich  der  meiste  Zucker.  Die  Rohre  erster  Pflanzung
unterschieden  sich  wesentlich  in  der  Structur,  loie  iui  Zuckergehalte  von  den
späteren  Schößlingen.  Bei  jungem  Rohr  finde  man  im  Halme  stets  gleichzeitig ­
  Zucker  und  Glucose.  Je  mehr  das  Rohr  sich  der  Reife  nähert,  desto
mehr  wächst  die  Zuckermenge  und  vermindere  sich  die  Glucose;  letztere  verschwinde ­
  mitunter  gänzlich.  Wird  das  Rohr  vor  der  Reife  geschnitten,  so
steige  der  Gehalt  an  Glucose  ans  Kosten  des  Zuckergehaltes.
Die  Untersuchungen  der  Amerikanischen  Stationen  bestätigen  diese
allgemeine  Bemerkungen:  auf  die  Anführung  von  Einzelheiten  über  die
Zuckermengen,  welche  in  den  unteren  und  oberen  Theilen  des  Halmes,
sowie  in  deil  Blüthenstengeln  gefunden  wurden,  kann  verzichtet  werden,
weil  sie  für  Cuba  gar  keine  Bedeutung  haben.

13.  Die  Erzeugnisse  der  Rohrverarbeitung.
Der  vorerwähnte  Bericht  des  Herrn  Stnbbs  beklagt  die  hohen  Zuckerverluste
  im  Schaum  und  in  den  Rückständen.  Wellige  Pflanzer,  meint  er,
gebeil  sich  Rechenschaft  davon,  lvieviel  im  Laufe  der  Campagne  ihnen  in
der  Gosse  verloreil  gehe.  Nach  Untersuchungen  stelle  sich  der  geringste
Verlust  auf  4%  des  verarbeiteten  Saftes,  oft  erreiche  er  aber  12  %  und
mehr.  Der  gesammte  Verlust  durch  Inversion,  durch  Arbeit  imb  Rückstände ­
  schwanken  zwischen  5  und  15%  des  Saftes.  Vermuthlich  wird
dies  Minimuin  von  5%  nur  ausnahmsweise  vorkommen,  und  jedenfalls
da,  lvo  Ulan  nicht  Bagasse  feuert.  Das  Maximum  von  15  %  würde  dagegen ­
  einen  sehr  zuckerreichen  Saft  voraussetzen,  lvenn  überhaupt  dabei  miá)
eine  erhebliche  Ausbeute  an  Zucker  gewonnen  ist.
Mittheilungen  solcher  Art  veranlassen  zu  der  Frage,  inwielveit  eine
verbesserte  Arbeitsweise  aus  Cuba  bereits  Platz  gegriffen  hat.  Im  Jahre
1879  wurde  in  einem  Berichte  ans  Matanzas  die  Ernte  als  reichlich  bezeichnet
  mit  dem  Hinzufügen,  daß  dies  zunl  Theil  auf  Rechnung  der  verbesserten ­
  Arbeitsweise  zu  schreiben  sei;  die  meisten  benlittelten  Pflanzer
stellen  Centrifugen  alls  imb  das  damit  gewonnene  Erzeugniß  spiele  bereits
eine  große  Rolle  alls  der  Insel.  Hierbei  muß  man  sich  erinnern,  daß  im
Jahre  1879  gerade  die  Revolution  auf  Cuba  beendigt  war.  und  daß  übereinstimmend
  in  anderen  Berichten  die  Lage  als  eine  ziemlich  trostlose  geschildert
wird.  Man  ist  deshalb  berechtigt,  der  vorstehenden  Mittheilung  aus  Maanzas
  nur  eine  enge  örtliche  Bedeutung  beizumessen.  Nach  dem  Consular-
            
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