Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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Unabhängigkeit  von  dem  Eiofluss  der  Geldbesitzer  errungen
werde.  In  diesem  rein  socialen  Sinne  dachte  unser  Financiei
noch  keineswegs;  wohl  aber  hatte  er  die  Befreiung  von  der
Gebundenheit  an  den  Gebrauch  der  edlen  Metalle  stets  im,
Auge.  Der  erste  Ausgangspunkt  seiner  Ideen  war  die  Uebeilegung,
  dass  ein  Kaufmann,  namentlich  aber  ein  Banquier,  thatsächlich
  einen  Credit  geniesse,  von  dessen  Betrag  seine  wirklichen ­
  Mittel  nur  einen  Bruchtheil  und  zwar  oft  nur  '/,y  repräsentirten.
  Der  Staat,  schloss  er  nun,  müsse  in  dieser  Beziehung ­
  noch  mehr  vermögen,  und  ihm  könne  es  gelingen,  auf
der  Grundlage  der  ihm  zur  Verfügung  stehenden  Mittel,  weit
mehr  als  das  Zehnfache  an  Credit  zu  verwirklichen.  Diese
Vergleichung  des  einzelnen  Unternehmers  mit  dem  Staat  ist
an  sich  selbst  sicherlich  nicht  der  Fehler,  wie  man  dies  von
dem  bekannten  Standpunkt  aus  behauptet  hat,  für  welchen  der
Staat  nicht  einmal  zur  Privatwirthschaft,  geschweige  zu  bedeutenderen ­
  Erfolgen  gehörig  geeignet  sein  soll.  Hätte  Law
nichts  weiter  gethan,  als  auf  die  überlegene  Kraft  der  durch
öffentliche  Organe  zusammengefassten  Wirthschaftsgesarnmtheit
gerechnet,  so  würde  er  hiemit  nur,  und  zwar  ganz  unabhängig
von  Erfolg  oder  Misserfolg,  die  Bahn  eines  an  sich  richtigen
ï*rincips  eingeschlagen  haben.  Sein  Fehlgriff  lag  nicht  im
Gebiet  des  Credits  überhaupt,  sondern  in  demjenigen  des  Creditgeldes.
  Er  wusste  recht  gut,  dass  sich  zwischen  den  haaren
Mitteln  und  den  einlösbaren  Zetteln  die  Einhaltung  eines  Verhältnisses ­
  thatsächlich  überall  von  selbst  geboten  ha  o,
seine  Phantasie  wollte  schliesslich  diese  Schranke  überspringen,
h  Cap.  5  der  angeführten  Hauptsohrift  wird  ausdrücklich  gesagt, ­
  der  auf  Einlösung  gegründete  Credit  könne  ein  gewisses
Vorhaltniss  sum  Metall  nicht  überschreiten;  aber  man  müsse
aus  diesem  Grunde  Zusehen,  ob  sich  nicht  etwas  n  eres  a
«über  zum  Golde  eigne.  In  der  That  heniühte  sich  Law  auch
überall  nachzuweisen,  .dass  die  edlen  Metalle  keineswegs  da
beste  Geld  constituirten.  Es  hätten  dieselben  vielmehr  sehr
erhebliche  Fehler,  und  es  Hesse  sich  sogar  die  Gleichmässi  -
beit  irn  Worth  bei  einem  andern  Golde  weit  besser  garan  ire  .
Hiezu  kam  dann  der  positive  Hinblick  auf  den  Gru“d  und
Boden,  der  die  Basis  für  umlaufende  Marthe  ahgehen  s<ü  te.
Dieser  letztere  Gesichtspunkt  ist  an  sich  noch  kein  Fehlen
wird  es  aber  in  dem  Augenblick,  wo  ein  eigentliches  Geld  den
            
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