Satze gelangte, eine gute Politik müsse auf die Vermehrung
des Geldes hinwirken. Diese Gonsequenz, die Manchen sehr
befremden wird, beruht auf der Theorie derjenigen Veränderungen,
welche in Folge der Vermehrung oder Verminderung der
Metallmasse eintreten, ehe der neue Geldstoff zur Vertheilung
nach allen Richtungen gelangt ist. Nach der Humeschen Anschauung
soll zwar die absolute Menge gleichgültig, der Vorgang
aber, welcher in der Hinzufügung oder Wegnahme besteht,
sehr erheblich sein. Der zweite Theil dieser Behauptung
ist zutreffend, und die Beschreibung von dem, was in der
Zwischenzeit bis zur Herstellung des Gleichgewichts vorgeht,
ist ziemlich gelungen. In jenen Zwischenzeiten, meint er, gelte
keineswegs der Satz, dass eine Vermehrung des Geldes eine
blosse Umänderung der Berechnungsart zur Folge habe. Hienach
würde also in seinem Sinne nur dann, wenn sich die
Geldmasse völlig gleich bliebe, jene erste Idee zur Anwendung
kommen sollen. Eine solche Anwendung ist aber gar nicht
möglich, indem jede praktische Frage nur die Veränderungen
betreffen kann. Er selbst schreibt der neuen Zuführung von
Geldstoff eine das Wachsen der Industrie befördernde Wirkung
zu, 'und wenn er nach dieser bestimmteren Seite der Geldtheorie
einen Fehler gemacht hat, so ist derselbe darin zu
suchen, dass er die Wirkung des Geldes als einer Werthsumme
von den Diensten desselben als Umlaufsmittel noch nicht gehörig
zu trennen wusste. Seine Abhandlung über das Geld
ist überhaupt noch ein wenig mercantilistisch ausgefallen, und
jener so oft gerühmte Gedanke von der conventionellen Natur
des Geldes hat die Gestaltung des Gedankengangs ebensowenig
wie bei seinem übrigens so verschieden gesinnten Landesgenossen
Law zu hindern vermocht. Soviel wird man jedoch aus
diesen Beziehungen der fehlgreifenden und der zutreffenden
Ideen erkennen, dass die Irrthümer Humes meist einen ebenso
subtilen Charakter haben, als seine Wahrheiten, und dass ein
hoher Grad von Aufmerksamkeit erforderlich ist, um seinen
Gedanken gerecht zu werden.
4. Die Lehre von der Handelsbilanz wird in dem betreffenden
Aufsatz in derjenigen Gestalt bestritten, in welcher sie
nichts weiter als den Gewinn von edlen Metallen im Auge hat.
Es wird ihr der an sich richtige Satz entgegengestellt, dass die
wirthschaftliche Thätigkeit eines Landes die sicherste Bürg-Düliring,
Qeschiclite der Nationalökonomie. 2. Auflage. 9