Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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Schaft  sei,  an  Geld  keinen  Mangel  zu  haben.  Besser  als  diese
sehr  dehnbaren  und  mehrdeutigen  Vorstellungen  ist  die  Einwendung, ­
  dass  sich  das  Geldniveau  unter  den  Provinzen  desselben ­
  Staats  in  einer  zuträglichen  Weise  gestalte,  und  dass
man  sich  überhaupt  in  dem  Ab-  und  Zufliessen  der  Geldmasse
einen  Vorgang  denken  müsse,  in  welchem  die  Verschiedenheit
der  Verhältnisse  an  verschiedenen  Orten  die  Idee  einer  Art
von  Gleichgewicht  nicht  ausschliesse.  Uebrigens  ist  aber  Humes
Erörterung  der  Handelsbilanz  nicht  sehr  tief  angelegt,  indem
er  immer  nur,  ganz  wie  die  Gegner,  die  er  im  Auge  hat,  davon ­
  ausgeht,  dass  die  Differenz  in  Folge  der  Ausgleichung  durch
edle  Metalle  eine  Bedeutung  haben  solle.  Es  fällt  ihm  dagegen
gar  nicht  ein,  dass  Schulden,  wie  sie  sich  zwischen  einem  Volk
und  dem  Auslande  ergeben  können,  nicht  blos  dadurch  zu  schaden
brauchen,  dass  sie  unter  Umständen  eine  Ausgleichung  in  Gold
oder  Silber  mit  sich  bringen.  Verbindlichkeiten  können  sich
in  sehr  verschiedenen  Formen  dauernd  fixiren  und  so  den
Schuldner  gleichsam  tributpflichtig  machen.  Ferner  ist  der
Humesehe  Einwand,  dass  sich  die  Handelsbilanz  aus  Mangel
an  zuverlässigen  und  hinreichenden  Thatsachen  nicht  gehörig
aufstellen  und  berechnen  lasse,  nur  darum  anzuführen,  weil  er
so  oft  nachgesagt  worden  ist.  Selbstverständlich  würde  eine
solche  Schwierigkeit  die  Idee  der  Bilanz  an  sich  selbst,  falls
dieselbe  richtig  wäre,  gar  nicht  berühren.  Bei  unserm  Schottischen ­
  Denker  hatte  jedoch  diese  Berufung  insofern  einen
Sinn,  als  er  selbst  die  Gedankenkraft,  die  sich  an  einer  geringen
Anzahl  wirklich  brauchbarer  Thatsachen  bethätigte,  weit  höher
schätzte,  als  ein  noch  so  umfangreiches,  aber  in  den  Bestandtheilen
  zweifelhaftes  Material.
Aus  den  Ansichten  über  den  Zinsfuss  ist  hauptsächlich  die
Idee  hervorzuheben,  dass  er  das  wahre  Barometer  der  Zustände,
und  seine  Niedrigkeit  ein  fast  untrügliches  Zeichen  der  Blüthe
eines  Volks  sei.  Er  hänge  im  Allgemeinen  nicht  von  der  Geldmenge ­
  ab.  Wir  entliehen  in  der  That  Arbeit  und  Waaren,
wenn  wir  Geld  um  Zins  aufnähmen.  Obwohl  sich  nun  in  diesen
Anschauungen,  die  das  natürliche  Denken  oder  die  Naturalbetrachtung ­
  schon  cinigerniaassen  vertreten,  auch  schon  etwas
von  jener  Einseitigkeit  bekundet,  die  später  noch  weiter  ausgebildet ­
  wurde,  so  fehlt  es  dennoch  nicht  an  erheblichen  Einschränkungen. ­
  So  wird  z.  B.  zugegeben,  dass  die  Veränderung
            
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