Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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keit  dieser  Art  von  Erfolg  veranlasst  sah.  Man  sieht  aus
diesem  Schreiben  deutlich,  dass  der  subtile  und  zugleich  weit
ausschauende  Denker  sofort  begriffen  hatte,  wie  die  Smithsche
Arbeit  hauptsächlich  nur  ihrer  schwachen  Seiten  wegen  etwas
ausrichteto.  Die  überlegene  Ironie  Humes  entfaltete  sich  ganz
unverholen,  und  in  diesem  wie  in  andern  Briefen  bekundet  sich
die  entschiedene  Superiorität,  mit  welcher  der  nur  ein  Dutzend
Jahre  jüngere  Smith  von  seinem  grossen  philosophischenLandesgcnosscn
  und  Freund  geleitet  wurde.  Indessen  hat  diese  zugleich
  off-eno  und  wohlwollende  Art  des  Verkehrs  dem  Verhältniss
  keinen  Eintrag  gethan,  und  wir  müssen  den  Grund
der  Möglichkeit  solcher  Beziehungen  einerseits  in  der  edlen
Natur  Humes  und  andererseits  in  dem  ruhigen,  duldsamen  und
ebenfalls  nur  auf  Wahrheit  gerichteten  Charakter  Smiths  suchen.
Die  „Theorie  der  moralischen  Gefühle",  deren  Prmcip  man
neuerlich  mit  demjenigen  des  ökonomischen  Hauptwerks  in
Beziehung  gesetzt  hat,  ist  zwar  kein  werthloses  Buch,  aber
ohne  durchschlagende  Bedeutung  und  mit  den  Leistungen  Humes
in  derselben  Gattung  kaum  zu  vergleichen.  Es  bewegt  sich
vielmehr  in  einem  so  weiten  Abstande  von  den  letzteren,  dass
man  erst  eine  ganze  Stufenleiter  einschalten  muss,  ehe  man
bis  zum  Niveau  der  Smithschen  Arbeit  hinabzusteigen  vermag.
Für  die  Person  des  Autors  wurde  jedoch  der  Englische  Ruf
des  Buches  die  Veranlassung,  die  ihm  eine  Gelegenheit  verschaffte, ­
  seine  professorale  Thätigkeit  mit  der  Begleiterschaft
bei  dem  jungen  Herzog  Buccleugh  zu  vertauschen,  mit  welchem
er  ein  paar  Jahre  in  Frankreich  und  davon  fast  ein  Jahr  in
Paris  selbst  zubrachte.  An  letzterem  Orte  verkehrte  er  unter
Andern  auch  mit  Quesnay  und  Turgot  und  muss,  nach  einer
Acusserung  des  Physiokraten  Dupont  zu  schliessen,  dem  Stifter
der  ökonomistischen  Secte  ein  sehr  williges  Ohr  geliehen  haben.
Der  Eindruck,  den  Quesnay  auf  ihn  gemacht  hatte,  muss  gross
gewesen  sein;  denn  es  ist  durch  den  Bericht  seines  Biographen
Stewart  fcstgestellt,  dass  er  entschieden  die  Absicht  gehabt
habe,  sein  Buch  über  den  Völkerreichthum  dem  Urheber  der
Physiokratie  zu  widmen.  Der  letztere  starb  jedoch  2  Jahre
vor  dem  Erscheinen  desselben.  In  dem  Werke  selbst  nannte
er  Quesnay  genial  und  tief  und  erklärte  das  physiokratische
System  für  dajsenige,  welches  ,,der  Wahrheit  am  nächsten
komme.”
Dühríiig,  Gescliiclite  der  Nationalökonomie.  2.  Auflage.

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