Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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muss.  Jedenfalls  g’iebt  es  nicht  zweierlei  Naturgesetze  der
Monscheiivermohrung,  und  um  ein  blosses  Naturgesetz,  welches
in  der  menschlichen  Gattung  in  rein  thicrischor  Weise  begründet ­
  wäre  ,  hatte  sich  ja  unser  ßevölkcrungsprincipler  nur  bemüht, ­
  Sein  Heilmittel  musste  daher  eine  ebenso  weitreichende
Ausdehnung  haben.  Es  sollte  in  dem  sogenannten  moralischen
Zwange  bestehen,  der  unter  den  „vorbeugenden  Einschränkungen”, ­
  um  in  der  Sprache  des  Autors  zu  reden,  neben  dem
Laster  steht  und  den  tugendsamen  Weg  bezeichnet,  sich  der
früher  geschilderten  Zuchtruthe  und  gerechten,  auf  das  sündliche
  Bestreben  folgenden  Strafe  zu  entziehen.  Ich  muss  um
Entschuldigung  und  Geduld  bitten,  dass  ich  im  Interesse  der
Wahrheit  den  Geschmack  des  Lesers  mit  dem  Bericht  über
solchen  geistlichen  Gail  im  atinas  und  solche  beschränkte  Vorsehungsspiclerci
  behelligen  muss.  Da  es  indessen  mit  der
Englisch  redenden  Welt  durchschnittlich  nach  dieser  Seite  hin
sehr  schwach  bestellt  ist  und  die  gegen  Malthus  geübte  Kritik
jene  Ungeheuerlichkeiten  dort  nicht  vom  gehörigen  Standpunkt
blosgestellt  hat,  vielmehr  zum  Theil  nur  von  einer  gleichartigen,
wenn  auch  entgegengesetzten  Superstition  ausging,  so  möchte
es  dem  Deutschen  Geschichtsschreiber  wohl  am  ehesten  ziemen,
auf  den  Abgrund  dieser  Verkehrtheiten  deutlich  hinzuweisen.
Die  „moralische  Einschränkung”  soll  nach  Malthus  in  der
Enthaltung  von  der  Ehe  bestehen.  Dieser  Verzieht  hat  jedesmal ­
  einzutreten,  wo  nicht  vollständige  Sicherheit  vorhanden
ist,  eine  grosse  Familie  ernähren  zu  können.  Der  Arbeiter,
dessen  Lohn  ausreiche,  allenfalls  zwei  Kinder  zu  erhalten,  werde
bei  einem  halben  Dutzend  dazu  nicht  mehr  im  Stande  sein.
Hionach  soll  der  einzelne  Privatmensch  und  noch  obenein  der
Arbeiter,  der  durch  jeden  Wechsel  der  Verhältnisse,  bisweilen
aber  auch  durch  blosse  Willkür  des  Arbeitgebers  seiner  Existenzmittel ­
  beraubt  werden  kann,  für  einen  ganzen  Lebenslauf  voraussohen,
  was  sein  wirthschaftliches  Schicksal  sein  werde.  Erst
wenn  er  die  Gewissheit  hat,  unter  allen  Umständen  existiren
zu  können,  ohne  der  Malthusschen  Zuchtruthe  zu  verfallen  oder
gar  der  Armenpflege  lästig  zu  werden,  soll  er  nach  den  Grundsätzen ­
  unseres  Entvölkerungspriesters  heirathen  dürfen.  Der
letztere  ist  jedoch  in  den  Mitteln,  die  er  für  die  Beibringung
seines  moralischen  Zwanges  angewendet  wissen  will,  noch  verhältnissmässig
  gnädig.  Er  verlangt  nichts  weiter  als  eine  gänz-
            
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