inaassgobend. Alsdann wird die nngehörige Mischung der Geschichte
der Wirthschaffcslehren mit der Geschichte der thatßächlichen
Volkswirthscliaften ausgeschlossen. Ferner wird
streng zwischen dem Wissen und dem Wollen, den Einsichten
imd den Bestrebungen unterschieden. Endlich wird nur nach
wissenschaftlichen Sätzen, aber nicht nach Vorstellungen geiragt
werden, die sich unter bestimmten Voraussetzungen fast
in jedem Gehirn bilden mussten, sobald sich nur die allerdürftigste
Ueberlegung den vor Augen liegenden Thatsachen
zugesellte. Auch die privatmoralistischen Gemeinplätze werden
den Raum der Darstellung nicht verkürzen, sondern ernsteren
Angelegenheiten Platz machen. Die Trivialitäten der Pedanterie,
welche sich in Deutschland mehr als irgendwo breit gemacht
haben, fallen bereits unter das Niveau der Kritik grossen
Stils und sie werden daher nur gelegentlich gestreift werden,
um die Grenze zu kennzeichnen, jenseits welcher die Wissenschaft
im strengeren Sinne dieses Worts nichts mehr zu bemerken
hat.
Die Sonderung des Wissens und des Wollens in der Hervoi^ringung
der verschiedenen Systeme und Standpunkte hat
nicht den Sinn einer Verurtheilung aller Gedanken und Sätze,
welche auf bestimmte Antriebe zurück weisen, sondern ist grade
in entgegengesetzter Richtung vom grössten Werth. Sie soll
(as gesetzmässige Spiel der Interessen auch in der Gestaltung
der Wissenschaft sichtbarer machen und zugleich bemerken
lassen, wie es zwei sehr wesentlich verschiedene Gebiete von
Untersuchungsgegenständen gebe. Entweder hat eine wirthßchaftliche
Erkenntniss solche Verhältnisse zum Gegenstände,
die ausserhalb des Kreises menschlicher Antriebe liegen; oder
es sind diese Antriebe selbst, über deren thatsächliche Beschaifenüeit
und Vorhaltungsart etwas festgestellt wird. Im letzteren
-t^all, der in der Ookonomie die vorherrschende Regel bildet,
sind ebenfalls unverbrüchliche Gesetze das Hauptziel des Nachn
xns und der Forschung; aber diese Gesetze beziehen sich
au das Reich der mehr oder minder bewussten Antriebe. Sie
nnen i aber nur dann richtig gefasst und gewürdigt werden,
wenn man die richtende Kraft in Anschlag bringt, die von dem
^ ewusstsein und dem Verstände ausgeht. Auch diese Einwirngen
haben ihre strepgen Gesetze; aber sie sind von der
^atur mit einer Macht ausgestattet, die weit über das unwill-