Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

274

bei  allen  Betheiligten,  also  bei  den  Nachahmern  zweiter  Classe,
sowie  auch  bei  den  verhilltnissmässig  Originalen,  das  Ihiigo
zur  Ermöglichung  der  theoretischen  und  experimentellen  1  ossen
beigetragen  habe.  Durch  eine  gewisse  Wahlverwandtschaft
einzelner  Berichterstatter,  denen  man  fast  überall  nachgeschrieben ­
  hat,  ist  die  Meinung  in  Umlauf  gekommen,  dass  Fourier
unter  allen  älteren  Socialisten  der  bedeutendste,  ausgiebigste
und  wohl  gar  am  meisten  systematische  sei.  Wir  haben  schon
früher  bemerkt,  dass  diese  Ansicht  auch  dem  Interesse  solchei
Gelegenheitskritikcr  entgegenkam,  die  da  wünschten,  die  Bocialtheorien
  mit  leichter  Mühe  zu  widerlegen.  Anstatt  sich  gegen
St.  Simon  selbst  und  gegen  den  mehr  kritischen  Socialismus
der  späteren  Zeit  zu  wenden,  bethätigten  sie  die  Stärke  ihies
Verstandes  und  die  Tragweite  ihrer  kritischen  bähigkeiten
lieber  an  einer  Erscheinung,  über  welche  ihnen  schon  die  geringste ­
  Dosis  von  Einsicht  zum  Siege  verhelfen  musste.  Auf
diese  Weise  haben  zwei  Umstände  zusammengewirkt,  einen
Fourier  fälschlich  zum  Mittelpunkt  des  älteren  Socialismus  zu
stempeln.  Bisweilen  mischten  sich  auch  beide  Ursachen,  indem
auf  der  völlig  gegnerischen  Seite  nichtsdestoweniger  ein  unbewusster ­
  Verwandtschaftszug  des  eignen  zum  fremden  Widersinn ­
  obwaltete  und  die  Richtung  entschied,  in  welcher  man  sich
auch  feindlich  am  liebsten  befasste.  St.  Simons  bessere  Gedanken ­
  waren  Manchem  zu  rationell  gewesen,  und  Darsteller,
wie  Herr  Reybaud,  sind  erst  spät  zu  Erweiterungen  genöthigt
worden,  durch  welche  sie  in  den  letzten  Auflagen  ihrer  Schriften ­
  bekundeten,  dass  die  Auffassung  A.  Comtes,  der  schon  1822
die  hieher  gehörigen  Gedanken  veröffentlicht  hatte,  nicht  zu
vernachlässigen  sei.  Ueber  solche,  die  in  Deutschland,  wiö
z.  B.  Herr  L.  Stein,  sogar  einem  Reybaud  nachgeschrieben  und
nur  ihre  Caricatur  von  Philosophie  hinzugefügt  haben,  wäre
kaum  ein  Wort  zu  verlieren.  Indessen  mag  im  Allgemeinen
bemerkt  werden,  wie  das  Hegelthum  nicht  blos  in  dem  üppig
wuchernden  Widersinn  seiner  sogenannten  Naturphilosophie,
sondern  auch  in  andern  Richtungen  mit  dem  Inhalt  der  bourierschen
  Phantasien  sehr  Vieles  gemein  hat  und  in  sehr
vielen  Elementen  in  dieselbe  Gattung  einzurcchnen  ist,  innerhalb ­
  welcher  der  Französische  Phantast  seine  Offenbarungen
in  einer  wenigstens  lesbaren  Sprache  und  mit  ungenirter
Aufrichtigkeit  von  sich  gegeben  hat.  Herr  L.  Stein,  der  den
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.