Object : Leben und Lehre des Buddha

116  VH  Die  Gemeinde  und  der  Kultus.
wiesen  worden  war;  7.  sie  darf  unter  keinen  Umständen  einen
Mönch  schmähen  und  beschimpfen;  8.  die  Nonne  darf  sich  bei  dem
Mönch  Rat  holen,  aber  nicht  der  Mönch  bei  der  Nonne.
Alle  diese  Regeln  haben  den  Zweck,  die  Nonnen  von  den  Mönchen
abhängig  zu  machen.  Bei  Streitigkeiten  der  Nonnen  untereinander
entschieden  die  Mönche.  Über  den  Verkehr  der  Mönche  mit  den
Nonnen  waren  ganz  feste  Bestimmungen  getroffen.  Bei  der  Upusaiupadä
  wurden  an  die  Nonnen  im  ganzen  24  Fragen  gestellt,  außer
den  an  die  Mönche  mit  den  nötigen  Änderungen  gerichteten
(S.  108  f.)  noch  eine  Reihe  anderer,  die  sich  bis  jetzt  unserem  vollen
Verständnis  entziehen.  Außer  den  Gegenständen,  die  die  Ausrüstung ­
  eines  Mönches  bildeten,  war  den  Nonnen  noch  eine  Jacke
und  ein  Badeanzug  gestattet.  Jeder  Putz  war  verboten.  Im
übrigen  galten  für  das  tägliche  Leben  der  Nonnen  wesentlich  dieselben ­
  Vorschriften  wie  für  das  der  Mönche.  Nur  durften  die
Nonnen  nicht  im  Walde  leben,  sondern  mußten  im  Dorfe  oder
in  der  Stadt  leben,  und  auch  dort  nicht  allein.  Die  Nonnen  sind
nie  so  zahlreich  gewesen  wie  die  Mönche,  und  die  Zahl  der  buddhistischen ­
  Nonnenklöster  hat  nie,  auch  nur  annähernd,  die  der
christlichen  erreicht.  In  den  Ländern  des  südlichen  Buddhismus
scheint  es  heute  kein  einziges  mehr  zu  geben.  Heute  können  alte
Jungfern  und  ältere,  kinderlose  Witwen  ihre  Dienste  dem  Orden
anbieten.  Sie  geloben  Keuschheit,  scheren  das  Haupt,  erhalten  ein
weißes  Kleid  und  damit  die  Erlaubnis,  für  das  Kloster  zu  betteln.
Sie  wohnen  in  der  Nähe  des  Klosters  oder  in  diesem  selbst  in
eigens  für  sie  eingerichteten  Zellen  und  fegen  das  Kloster,  holen
für  die  Mönche  Wasser  u.  dgl.  Sie  können  jeden  Augenblick  ihr
Verhältnis  zum  Kloster  lösen  oder  fortgeschickt  werden,  wenn  sie
sich  nicht  bewähren.  So  ist  es  im  nördlichen  Buddhismus  auch
in  der  Mongolei.  In  China,  Tibet  und  den  Himalaya-Ländern
gibt  es  dagegen  noch  heute  wirkliche  Nonnenklöster.
Der  Kultus  war  in  der  alten  Gemeinde  der  denkbar  einfachste.
Zweimal  im  Monat  zur  Zeit  des  Neu-  und  Vollmonds  kamen
die  Mönche  eines  Bezirks  zusammen,  um  den  Ilxavasatba-Tag
(S.  67)  zu  halten.  Der  älteste  unter  den  Mönchen  sagte  die
Feier  an,  und  am  Abend  des  festgesetzten  Tages  versammelten  sich
alle  Mönche  des  Bezirks  an  dem  bestimmten  Orte  in  einem  dazu
ausgewählten  Raume.  Es  durfte  niemand  fehlen.  Selbst  Kranke
wurden  hingetragen,  wenn  kein  geeigneter  Mönch  sich  fand,  der
die  Erklärung  des  Kranken  überbrachte,  daß  er  frei  sei  von  den
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.