Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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seine  Zeit  zu  verschwenden  oder  sich  die  Pein  der  Untersuchung ­
  ganz  geschmackloser  Erzeugnisse  des  vollendetsten
bchulpedantismus  aufzuerlegen,  das  damalige  Schtilerthum  der
Deutschen  stndiren  mag.  Da  die  fragliche  Schrift  durch  ihren
Specialgegenstand  genöthigt  wurde,  sich  auch  über  die  wichtigeren ­
  allgemeinen  Begriffe  der  Nationalökonomie,  die  ausserhalb ­
  des  Credits  liegen,  einigermaassen  zu  verbreiten,  so  hisst
sie  in  die  ökonomische  Gedankenverfassung  einen  hinreichenden ­
  Blick  thun.  Der  Autor,  der  selbst  nicht  so  urthcilslos
war,  um  über  das  Verdienst  hinaus,  eine  solide  Monographie
geliefert  zu  haben,  noch  andere  Ansprüche  zu  machen,  hat
es  also  nicht  verschuldet,  wenn  wir  bemerken  müssen,  dass
die  Bezeichnung  seines  Buchs  als  das  sis  ch,  wie  sie  von
Lehrbuchverfassern  adoptirt  worden  ist,  nichts  weiter  als  ein
Zeugniss  für  die  in  der  That  classische  Befangenheit  der
Urheber  solcher  Epitheta  bildet.  Der  künftige  Historiker,
der  sich  eingehender  aber  wohlgemerkt  kritisch  mit  der
betreffenden  Zeit  und  ihrer  nationalökonomischen  Bildung  zu
beschäftigen  haben  wird,  dürfte  daher  in  den  fraglichen  Ansichten ­
  über  das  Nebeniussche  Buch  und  in  ähnlichen  Ideen
die  Beengtheit  der  Deutschen  Auffassung  zu  constatiren  haben.
Wii  müssen  jedoch  noch  eine  Stufe  tiefer  hinabsteigen
und  neben  der  Arbeit  des  praktischen  Regierungsbeamten  auch
an  Früchte  universitätsmässiger  Speculation,  sowie  endlich
sogar  an  ein  Compilationslelirbuch  erinnern.  Die  „Staatswirthschaftlichen
  Untersuchungen”  des  als  Münchener  Professor ­
  1868  verstorbenen  F.  B.  W.  Hermann  (zuerst  1832,
und  in  zweiter  aber  nicht  mehr  vollständig  bearbeiteter  Auflage ­
  1870)  sind  Versuche,  die  Engländer  in  der  rationellen
Verbindung  ökonomischer  Gedanken  nachzuahmen  und  sich,
so  gut  es  gehen  wollte,  ein  wenig  auf  den  Fuss  Ricardos  zu
stellen.  Doch  verstehe  man  unsere  Aeusserung  nicht  falsch.
Wir  meinen  mit  derselben  nicht  im  Mindesten,  dass,  abgesehen
von  dem  Aneignungsversuch  der  materiellen  Lehren,  irgend
eine  ernste  Aehnlichkeit  der  Methode  oder  auch  nur  eine
entfernte  Annäherung  an  die  verhältnissmässige  Schärfe,  ich
will  gar  nicht  sagen  eines  Ricardo  selbst,  sondern  nur
eines  besseren  Vertreters  der  Brittischen  Epigonenökonomie
vorhanden  sei.  Gedankeninhalt  und  Ausdrucksform  sind  unverdaulich, ­
  unklar  und  scholastisch.  Von  einem  besondern
            
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