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ordentlichen Prodnctionssíeig-ening als Wirkung der Tbeiliin ^
Ol Veiiichtiingen zu Grunde liegen mul eingeschlossen sein
Nun snoho man aber eine derartig bestimmte und bewusste
-hinsicht bei Platon oder überhaupt bei den antiken Schrift-
Btellorn; man wird, wenn man zu unterscheiden weiss, auch
nicht einmal eine Annäherung daran ausfindig machen,
I)ie Rolle des Geldes ist zu allen Zeiten die erste Haupt-
anregnng zu wirthschaftlichen Gedanken gewesen. Was wusste
aber ein Aristoteles von jener Rolle? Ofienbar nichts weiter,
als was in der Vorstellung liegt, dass der Austausch durch
Vermittlung des Geldes dem ursprünglichen Naturaltausch ge
folgt sei. Pie Aotiz, dass Bezeichnung der Gewichtsmenge und
Prägung erst eingeführt werden mussten, ehe sie vorhanden
sein konnten, wird man auch wohl nicht als einen besondern
Aufschluss ausgeben können. Wenn aber der Stamrit in dem
schon erwähnten ersten Buch seiner Schrift über den Staat zu
den a^ das Geld bezüglichen paar Bemerkungen noch hinzufü,yt,
dass der durch das Geld möglich gewordene, ins Unbestimmte
gehende Erwerb sammt dem Zinsnehmen wider die Natur sei,
^ druckt er hiemit nur eine moralische Antipathie aus, deren
Erklärung ziemlich nahe liegt. Sie findet sich bei den Griechi
schen und bei den Römischen Schriftstellern sehr häufig, und
wenn auch aus derselben nicht im Mindesten geschlossen
werden kann, dass der wirkliche Verkehr unter dem Einfluss
solcher Ansichten eine andere Richtung erhalten habe, so steht
es doch umgekehrt frei, den Ursprung jenes Widerwillens in
den thatsächlichen Verhältnissen zu suchen. Da Grundbesitz
und Landbau die maassgebende Grundlage der antiken Wirth-
Bchaftsverhältuissc waren, so mussten die durch den Handel
oder andere Geschäfte aufkommenden Geldmächte als Vertreter
einer Erwerbsgattung erscheinen, die einerseits mit den alten
Ueberlicferungen nicht übereinstirnmto und andererseits als
unbequemer Nebenbuhler oder missliebiger Helfer die Regungen
< er Eifersucht und des Ressentiment verdiente. In einer ähn-
ichcn Weise haben sich zu den verschiedensten Zeiten die
Oí action im engem Sinne und das blosse Gewinnmachen
gegenübergestanden. Man braucht daher in der Entstehung
yeses allgemeinen Gegensatzes keine specifische Eigenthümlich-
keit der antiken Welt zu suchen. Wohl aber ist jener Mangel
n Einsicht, welcher sich in der Verwerfung des Zinses Angesichts