Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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imd  selbstsüclitigcn  Auffassung  der  Capitalbildung  bervorgeben
sab,  bestand  und  bestellt  nocb  beute  in  der  vermeintlicb  wissenscbaftlicben
  Rechtfertigung  eines  Maximaldruckes,  der  auf  die
Consumtion  des  Arbeiters  geübt  werden  müsse,  um  die  sogenannte ­
  Aufhäufung  der  Gapitalien  recht  ergiebig  zu  machen.
Die  schon  erwähnte  Bezeichnung  dieser  letzteren  Tendenz  als
„Hunger-  und  Sparsystem”  ist  völlig  zutreffend;  denn  der  den
Arbeitern  auferlegte  Zwang  zu  einem  möglichst  geringen
Maasse  des  Verbrauchs,  nicht  aber  die  eigne  Frugalität  und
Consumtionsenthaltung  der  Capitalistcn  und  Unternehmer  soll
durch  die  engherzige  und  heut  nicht  mehr  blos  trügcrisQjie,
sondern  bewusst  betrügerische  Theorie  beschönigt  werden.
Bei  Gelegenheit  einer  zutreffenderen  Gestaltung  der  Vorstellungen ­
  von  den  internationalen  Handelsbilanzen  hat  List
die  mercantile  Beengtheit  des  Begriffs  erweitert  und  ist  zu  der
Idee  gelangt,  dass  die  Verwandlung  laufender  Diffcrenzschuldcn
in  dauernde  Capital-  und  Zinsvcrbindliehkeiten  ein  Weg  sei,
Tributphichtigkeiten  und  überhaupt  ökonomische  Abhängigkeiten ­
  zwischen  Völkern  und  Völkern  zu  begründen.  Durch
Vermittlung  von  Krisen,  Bankerotten,  Eigenthums-  und  Capitalerwerbungen, ­
  sowie  überhaupt  durch  die  Constituirung  von
Zinsfeudalitäten  kann  in  der  That  die  Summe  ungünstiger
Austauschbeziehungen,  die  aus  den  verschiedensten  Gründen
platzgreifen  mögen,  zu  einer  ökonomischen  Sklaverei  von  Ländern ­
  gegen  Länder,  von  Provinzen  gegen  Provinzen  und  von
Classen  gegen  Classen  hinführen.  Man  sieht,  dass  der  Kern
dieses  Gedankens  mit  der  zufällig  protectionistischen  Schaale
nicht  untrennbar  verwachsen  ist.
11.  Gehen  wir  nach  der  Betrachtung  der  wesentlichen
Züge  des  Listschen  Gedankenkreises  zu  einer  Würdigung  des
Systems  als  eines  Ganzen  über,  so  finden  wir  zunächst,  dass
es  dieser  frischen  und  einheitlichen  Leistung  zu  besonderer
Ehre  gereicht,  mit  den  Verschulungserzeugnisscn,  die  in  Gestalt
Deutscher  Lehrbücher  gleichzeitig  oder  im  Laufe  des  nächsten
Vierteljahrhunderts  zur  Welt  gekommen  sind,  durchaus  unvergleichbar ­
  zu  sein.  Es  bestätigt  hiedurch  die  allgemeine  Regel,
dass  die  schöpferischen  Geister  hoch  über  dem  Treiben  der
Schulverkommenheiten  ihren  Platz  haben.  Da  jedoch  nicht
selten  der  Fall  eintritt,  dass  die  beschränkte  Eitelkeit  eines
Scholarchen  für  eine  Spanne  Zeit  dahin  gelangt,  einen  Theil
            
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