Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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entzogen.  Diese  Einlassung  mit  den  Advocaten  der  Unterdrückung ­
  durch  die  Religionsautorität  und  dem  Obscurantismus
war  jedoch,  wie  so  häufig,  auch  bei  unserm  Verehrer  dos  sich
selbst  überlassenen  Spiels  der  individuellen  Wirthschaftminterossen
  mit  einer  politisch  demokratischen  Haltung  vereinigt
gewesen.  Auch  soll  nicht  unbemerkt  bleiben,  dass  seine  Schriften
die  specifisch  religiösen  Anschauungen  wesentlich  im  Hintergründe ­
  belassen.  Nur  der  feinere  und  sehr  geübte  Sinn  wird
die  Spuren  einer  unwissenschaftlichen  Weltansicht  in  der  Art
und  Haltung  der  Bastiatschen  Auslassungen  nicht  verkennen.
Ein  besserer  Zug  in  dieser  Denkweise  ist  die  Neigung,  in  einer
freilich  nur  beschränkten  Richtung  den  Gedanken  der  Gerechtigkeit ­
  zu  vertreten.  Diese  Gerechtigkeit  kommt  jedoch  über
die  negativen  Regungen  gegen  den  Raub,  die  Gewalt  und  das
Monopol  nicht  hinaus  und  sieht  die  ökonomische  Beraubung
grade  da  nicht,  wo  sie  für  eine  tiefere  und  schärfere  Auffassung ­
  der  socialen  Verhältnisse  am  allerwenigsten  zweifelhaft
bleiben  kann.
3.  Es  ist  niemals  ein  gutes  Zeichen,  wenn  Jemand  zu  erheblichen ­
  Gesichtspunkten  nur  durch  die  Anregung  gelangt,
welche  in  der  Gestalt  einer  blossen  Rückwirkung  gegen  eine
fremde  Anschauungsweise  erfolgt.  Proudhon  hatte,  durch  eine
später  von  ihm  selbst  als  unhaltbar  eingestandene  Caricatur
von  Logik  verleitet,  überall  Widersprüche  gesucht  und,  wie
schon  gesagt,  seinem  Hauptwerk  von  1846  den  Titel  „Contradictions ­
  économiques”  gegeben.  Die  Bastiatschen  „Harmonies
économiques”  sollten  hiezu  ein  Widerspiel  sein  und  überall  den
Einklang  der  ökonomischen  Verhältnisse  nach  weisen.  Die
äusserliche  Wendung,  mit  welcher  der  ökonomische  Harmoniker
sich  auf  diese  Weise  einführte,  kennzeichnet  sich  daher  als
eine  secundäre  Welle.  Sie  war  ein  Geschöpf  des  Gegensatzes,
und  man  kann  sicher  sein,  dass  derartige  Geistesvorgängo  stets
nur  von  zweiter  Ordnung  sein  werden.  Indessen  wäre  die
Aufgabe,  die  vollkommenste  Einstimmung  da  zu  finden,  wo  der
Antagonismus  die  Losung  der  Epoche  ist,  für  einen  Bastiat
doch  kaum  angreifbar  gewesen,  wenn  ihm  nicht  zu  rechter
Zeit  die  Ergebnisse  einer  fremden  Geistesarbeit  zu  Hülfe  gekommen ­
  wären.  Auf  diese  Weise  ist  es  ihm  möglich  geworden,
plötzlich  über  den  Inhalt  seiner  früheren  sich  über  die  gewöhnliche ­
  Capacität  der  Talente  nicht  erhebenden  Schriften
            
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