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(len Charakter des Verfassers aus. Da seine Arbeit hei ihrer
bisherigen, sehr erklärlichen Obscurität wenig zugänglich sein
und da sie auch wohl späterhin nur von einem kleinen Theil
des Publicums zur Hand genommen worden möchte, so müssen
wir unsere Mittheilungen ausnahmsweise mit speciellon Anfüh
rungen belegen.
Das Buch unseres Autors hat schon in den Jahren nach
1848 den Namen des Socialismus direct auf seine Fahne ge
schrieben und auch in der Beurtheilung der geschichtlichen Er
scheinungen in Gredanken und Thaten seinen Sympathien Aus
druck gegeben. Am Ende der ersten Abtheilung des ersten
Bandes wird die Geschichte von Frankreich, England, Nord
amerika und Deutschland aus dem socialen Gesichtspunkt, abei
mit berechtigter Hineinziehung der grossen Politik besprochen.
Von unserm Lande wird (S. 456) gesagt, dass es nicht tiefer
sinken könne, und dass in den geschichtlichen Hebungen und
Senkungen der Volkorpplitik nun Deutschland an die Reihe
kommen müsse und nach dem höchsten Grad der Erniedrigung
nun zuversichtlich ein Aufsteigen zu gewärtigen habe. Dieser
patriotische Ausdruck wäre im Munde eines Weltökonomisten
und eines Autors, welcher dem Monopolismus oder ungerechten
Ausschliessungsprincip ein von ihm in seiner neologistischen
Art als Pampolismus bezeichnetes allseitiges Recht entgegen
stellt, fast überraschend zu nennen, wenn nicht auch sonst, wie
schon angedeutet, der Blick und Tact für die innern und aus
wärtigen politischen Verhältnisse bei ihm in einer Weise 's oi-
herrschte, wie es im Bereich ähnlicher Gedankenkreise nicht
der Fall zu sein pflegt. Die Aufmerksamkeit auf eine nicht
zwangsweise construirte, aber dennoch socialökonomisch durch
dachte Geschichte mag hier die Erklärung geben. Auch be
greift es sich hienach, dass unser Autor Louis Blanc für den
Historiker erklärt, der sich das Verdienst erworben habe, die
neuste Geschichte von der bourgeoismässigen Auffassung zu
befreien. Wie Mario über die entscheidende Mehrheit der
publicistischen, Politik treibenden Gelehrten der Deutschen
Universitäten dachte, ersieht man einige Seiten weiter (468),
wo es heisst: ,,Die traurigste Rolle bei der Deutschen Bewe
gung haben die Gelehrten und namentlich die Lehrer an unsern
Hochschulen gespielt. Diese kleinlichen, in halbliberalen Grund
sätzen erzogenen, von dem sie weit übersehenden Geldadel als