Neunter Absohnitt.
Die Gegenwart.
Erstes Capitel.
Die alten Parteien und die rückläufigen Elemente.
Je lebensvoller eine Generation in die alte üeberlieferimg
eingreift, um so mehr muss sie sich im Denken und im Handeln
auf das Gute und Schlimme cinlasscn, welches die abgclaufenc
Geschichte an Gedanken und Einrichtungen mit sich gebracht
hat. In dem Maasse als dies geschieht, wird auch die Aussicht
auf eine lebensfrische Zukunft vorhanden sein. Wo aber
in Gedanken nicht einmal immer der bessere Antrieb der Vergangenheit
zur Fortsetzung gelangt, da wird ein wesentlicher
Mangel zu ergänzen sein. Dieser Fall trilFt nun für die ersten
drei Viertel des 19. Jahrhunderts zu, indem sich in ihnen die
freiheitliche Denkweise der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts
durch ein in der Literatur und Presse vorherrschende
Anbequemung an das priesterliche, politische und sociale Bevormundungsprincip
ersetzt findet. Der thatsächliche Einfluss
der triumphirenden Besitzclasscn hat eine in jeder Richtung
heuchlerische Halbheit der wirklichen oder vorgegebenen Ansichten
begünstigt. Die geistige Zwitterhaftigkeit und Corruption
ist durch die Bestrebungen, die weiteren Folgen der Revolution
aufzuhalten, in einem Grade tonangebend geworden,
dass sich die gediegenen und gesetzten Antriebe von bedeutender
Tragweite in der äussersten Minorität, um nicht zu
sagen in der Vereinzelung befinden. Nicht blos die Presse,
sondern auch überhaupt die Literatur hat in allen Richtungen,