Full text: Wirtschaft als Leben

Ausblicke XVI. 
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vorhanden, als man über das Gebilde im Abrücken vom Juristischen 
denkt; was ja niemals ein Übersehen des „Rechtes“ in sich schließt. 
Gerade Inhalten dieser Art zuliebe muß sich der „Staatsmann“ des 
Juristen entäußern; er steht ja als Vorkämpfer mitten im Geschehen, 
und thront nicht als Richter darüber. 
Allein, die ganzen Anreize von der Art, wie sie hier vorbeigehuscht 
S1 nd, hätten nicht ausgereicht, den Gedanken jener echten Um 
formung „Volkswirtschaft“ zu schaffen, wie er in der forschenden 
Nationalökonomie lebt. Da macht sich keineswegs die Ahnung von 
e twas, das die anderen Worte nicht mehr übersprechen lassen, in einem 
neuen Worte Luft. Da weitet sich auch kein bloßer Inhalt lebendigen 
Denkens aus, das sich den Vorsprung vor dem Geschehen wahren muß; 
auch dort voraus sein muß, wo immer mehr und auch immer dichter 
geflochtene Zusammenhänge zu schürzen sind. Da ist vielmehr dem 
Sollen Bewußtsein des All Zusammenhangs Gestalt 
Ver Hehen; sei es abermals in einer eigentümlichen Berührung mit 
dem Inhalt „Staat“. Als „Volkswirtschaft“ ist da regelrecht ein Zu- 
ständliches Gebilde gedacht; vollgesogen des wahrhaften, er 
lebten Geschehens, in sich gegliedert, und nach seinem umgliedernden 
Wandel hingedehnt über den Lauf der lebendigen Zeit! Ein Gedanke, 
der sich mit der „Systematik“ der nationalökonomischen Kindheit noch 
uicht verträgt. Diese konnte Gebilde nicht denken, weil ihr 
geichsam noch die dritte Dimension abging; ihrem theoretischen 
enken hatte die Tat noch nicht den Raum geoffenbart. Tat ist hier 
orschung, die Erlebtem nachlebt, Forschung in Tatsachen; und der 
^ aum ist hier die Welt des Handelns, als das Eine und große Gewebe, 
... S mit der „Gütermechanik“ einfach nicht vorhanden war. Dieses 
Jämmerliche Flechtwerk ist von Haus aus in der Fläche gewoben; 
mcht etwa als ein „Querschnitt“ durch jenes Große Gewebe, im Sinne 
mer erlebten Gegenwart, sondern eben als eine gedachte Gegenwart, 
f ltle bloße und dauernde Stockung der gedachten Zeit, im Geiste jener 
ornierten „Ewigkeit“ des Alltags, die er sich bei unbelehrter Ur 
wüchsigkeit beilegt. Da war nun buchstäblich kein Raum für ein 
e vorhanden, das so, wie es gedacht wird, vor unserem Denken 
dank T kör P erlic h durch die Zeit wächst. Dieser Ge- 
„ i, e konn te erst dort aufkeimen, wo die schildernde Wissenschaft 
e J. am frohen Erwachen war! 
da • die genia ' en Seher schildernder Wissenschaft vermochten 
Tat^iik^ eS zu tun - Ich meine die Altmeister, die jene größere 
ihnen° .. rackten ’ d * e starre Verknöcherung durchbrochen haben. Von 
gl * w °bl > daß auch sie Anregung empfingen, durch das Auf
	        
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