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Lagerbestände, dürfte einleuchten, zumal es sich im anderen Falle um
riesige Mengen") einzulagernder, voraussichtlich auch noch feuergefähr
licher Stoffe handeln dürfte. Man würde auch daran denken müssen, daß
unsere Heeresverwaltung ohnehin auf so manchem anderen Gebiete nach
dem Kriege einen „Juliusturm" im Inland fehlender Rohstoffe wird an
legen müssen. Wollte man aber auch die Möglichkeit zugeben, den Be
dürfnissen unseres Munitions- und Sprengstoffbedarfs durch Speiche
rung großer Vorräte für einen Krieg genügende Sicherheit zu schaffen,
so würde das Gleiche kaum für die Bedürfnisse der Landwirtschaft mög
lich sein, die ein Mehrfaches von dem soeben erwähnten Bedarf dar
stellen. Und doch wäre Vorsorge nötig, denn die wachsende Bevölkerungs
zahl unseres Heimatlandes wird das Ausbleiben der nötigen Stickstoff-
düngemittel und deren Beschaffung auf völlig neuer Grundlage nicht
wieder so gut in einem, hoffentlich noch in weiter Ferne liegenden neuen
Kriege ertragen können, wie in dem jetzt noch im Gange befindlichen.
Welche Anforderungen an Geldmitteln solche ungeheueren Vorräte
stickstoffhaltiger Rohmaterialien dazu stellen würden, und zwar an neu
aufzuwendenden Mitteln gegenüber den bereits größtenteils ausge
gebenen für unsere neue Stickstoffindustrie, bliebe auch noch zu erwägen.
Und endlich ist eine solche Speicherung der außerordentlichen, in Be
tracht kommenden Mengen halber wohl erst im Lause eines Jahrzehnts
oder in nur wenig kürzerer Frist durchführbar. Wir müssen aber sofort
nach dem Friedensschluß schon wieder völlig gesichert dastehen, um die
Erhaltung des Friedens dann nicht nur vom guten Willen der jetzigen
Feinde abhängig zu wissen.
So wird man bei ruhiger, sachgemäßer Überlegung nicht umhin
können, mit der Begründung des Gesetzentwurfs die Erhaltung der
neugeschaffenen Stickstoffindustrie für erforderlich zu halten. Dabei ist
wohl selbstverständlich nirgends die Absicht vorhanden, diese heimische
Stickstoffindustrie nun dauernd auf ihrem jetzigen Standpunkt zu erhal
ten, sie gewissermaßen versteinern zu lassen, sondern nur, ihre Leistungs
fähigkeit unter möglichst ständiger Verbesserung dem Bedarf angepaßt
bleiben zu lassen.
11) Die von einer Seite als ausreichend angesehene Summe von vierzig
Millionen Mark würde nur einen durchaus unzulänglichen Bruchteil eines
solchen „eisernen Bestandes" sichern können.