fullscreen: Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

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aruben durchaus nicht als ein triftiges Motiv für die Auflaflung 
Ihrer Exploitation angejehen werden. 
€s muß übrigens bemerkt werden, daß die polnijden Erze nidht 
jo arm find, wie Häufig behauptet wird. Die legten NadHforjhungen 
Haben erwiejen, daß reicliche Sideriten[hihten bei Czejtodhowa 35 9% 
und nad) dem Röften über 40 %, Brauneijen, bei Kielce fogar 50 % 
Eifen HKefern. Die neueften VBerfudHe beweifen aukzerdem, dab polnijcdhe 
Erze hei rationeler Produktion nur eine geringe Beimijhung Teid- 
haltigerer Erze erfordern; es wäre bei entipredjender Einridhtung der 
SHocdhöfen fjogar möglich, diele Erze ohne irgendweldhe Beimildhung 3U 
verwenden. 
Bis jekt dedte die Hüttenindufjtrie ihren Bedarf in hohem 
Make mit ruflijden Erzen, deren Zufuhr in den Jahren 1909— 1912 
durchichnittligH 23 Millionen Pud betrug und fomit um das Doyyelte 
die Erzförderung des Landes überftieg. 
Die Roheijenproduktion genügte bisher dem Eigenbedarf des Lan- 
des nicht. Aus Südrukland wurden durHfOnittligH 8 Millionen Pud 
jährlig bezogen, was ungefähr ein Drittel der Landesproduktion dar- 
tell. Die Hütttenindujtrie war bisher ebenfalls von den ruflilchen 
Marktkonjunituren abhängig, was zUr Folge Hatte, daß die Produktion 
in den Sahren der Hohen Preife für ruflijdes Roheijen erweitert, bei 
einem Konjunkturwecdhfjel beidhränit wurde. Der Grund hierzu lag 3. T. 
im niedrigen Eijengehalt der polnifden Erze. 
Die Hüttenindujtrie Polens war vor dem Kriege in guter finan- 
zieller Lage; die tednifden Suftallationen jtanden jenen des Weltens 
Faum nad; dies dürfte zur Überwindung der Krieasirilen behilf- 
[iQ fein. 
Die Schürfung des Galmeis in Kongrek-Polen betrug im Jahre 
1913 3,2 Millionen Pud, des Galmeis mit Blende 890000 Bud. 
Die durch[Hnittlihe Leitung eines Grubenarbeiters betrug im 
NXahre 1913 4300 Bud, alfo mehr als in Oberichlelien, wo auf einen 
Arbeiter 3300 Pud entfallen. 
Die Zinkhütten in Polen verarbeiteten jährliH 3,7 Millionen 
Bud Galmei und Nieferten zirka 1/5 Million Bud Zink und bis 
40000 Bud Zinkjtaub. 
Sm DVergleide zu den Staaten, die als Weltlieferanten von 
Zink gelten (Belgien und die Vereinigten Staaten), ift dies nidt viel; 
im Verhältnis zur Gefamtproduktion der Erde beträgt dieje Produktion 
nur ungefähr 1%; die Produktion Ruklands wird jedody dur die- 
jenige Polens fajt fünfmal übertroffen. 40 % der Produktion Polens 
blieben im Lande zurüd, 60 % wurden nad) Rußland verjandt. Die 
Leiltung eines Hüttenarbeiters in Bolen beträgt 724 Bud, in Ober- 
iehlelien 1270 Bud.
	        
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