Kapitel I. Die Hedonisteu.
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Kosten erkannt; sie hatte erkannt, daß der Preis die Bodenrente be
stimmt, und nicht die Bodenrente den Preis. Dies ist aber nun
ebenso für alle anderen Preisbestandteile richtig, oder vielmehr auch
diese neue Formel ist ebensowenig korrekt. Man muß diesen eitlen
Versuch, die Ursachen und Wirkungen zu finden, aufgeben und sich
mit der Feststellung begnügen, daß zwischen den Produktionskosten
und dem Preise eine Beziehung besteht, die das Streben hat, die
Gleichheit herzustellen, nicht auf Grund irgendeiner geheimnisvollen
Solidarität, sondern weil dort, wo diese Koinzidenz nicht besteht, die
Verminderung oder Vermehrung der erzeugten Mengen das Gleich
gewicht sogleich wiederherzustellen bestrebt ist. Diese Abhängig
keitsbeziehung zwischen zwei Werten, obgleich sie sicherlich höchst
bedeutsam ist, ist weit davon entfernt, die einzige zu sein: sie ist
nur ein Einzelfall in einer Menge von Fällen, wo ein Wert als
Funktion eines anderen Wertes sich verändert, Fälle, die die hedo
nistische Schule mit der größten Aufmerksamkeit sammelt.
Das gleiche gilt auch für das Gesetz der Verteilung, d. h. für Lohn,
Zins und Bodenrente. Wie bestimmte man in der klassischen Lehre
jeden dieser Teile? In höchst naiver Weise. Wenn es sich darum
handelte, die Bodenrente zu bestimmen, so sagte man: man braucht
von dem Totalwerte des Erzeugnisses nur den Lohn, die Zinsen und
den Profit abzuziehen; das, was übrig bleibt, ist die Rente. Handelte
es sich darum, den Profit zu bestimmen, so zog man zunächst die
Rente, wenn sie in Frage kam, ab, dann den Lohn und die Zinsen,
unter denen man die Produktionskosten verstand, und das, was übrig
blieb, war der Profit. Ebenso läuft, wie Böhm-Baweek geistreich
ausführt, die Behauptung, daß der Lohn von der Produktivität der
Arbeit bestimmt sei, nur darauf hinaus, daß der Lohn alles das ist, was
Vom Preise übrig bleibt, wenn die anderen Mitarbeiter sich ihren
Anteil genommen haben. Jeder der Mit-Anteil-Habenden wird
fiaher als derjenige betrachtet, der ein Recht auf den Rest hat,
wenn die anderen ihren Teil haben, als the residual claimant,
was darauf hinausläuft, daß man, um den unbekannten Teil eines
jeden der drei zu bestimmen, die Teile der beiden anderen als be
kannt voraussetzt 1 ).
') Wenn man den bekannten Wert des Produktes durch P ansdrückt und den
hohn, die Zinsen und die Rente durch x, y und z, so erhält man:
x + y + z = P
Es ist klar, daß diese Gleichung mit drei Unbekannten allein nicht lösbar ist:
man erhält auch kein besseres Ergebnis, wenn man wie folgt schreibt:
x = P— (y + z)
y = P — (x + z)
z = P —(x + y)