Full text: Denkschrift der Ersten k. k. privilegirten Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft zur Erinnerung ihres fünfzigjährigen Bestandes

i - ' ' • - ~ ' ' ' ' ' ' ; 
—* ( (5 '— 
Schwarzen Meere nicht etwa nur geschehen lässt, sondern dass sie es leitet und sie es 
bewerkstelligen wird. Was endlich die Steinkohlen und das Holz betrifft, so habe ich keine 
Bata, wie sich das in den Cameralgütern verhält, weiss aber ganz genau, dass man Eines 
und das Andere in dem Bezirke des walachisch-illvrischen Regiments im Ueberflusse findet. 
In der Gegend von Tissovitza sind Berge von Steinkohlen, die anjetzt umsonst da 
liegen, und in vielen Theilen des Regimentsbezirkes ist Verwüsten der Wälder das 
Hauptgeschäft der böhmischen Ansiedler. Ew. k. Hoheit können diesen kitzlichen, aber so 
wesentlichen Punkt durchführen, und nur Ew. k. Hoheit; denn kommt es ad Circulam der 
Hofkriegsräthe, dann ist es vorbei. Freilich ist’s eine grosse, unerhörte Concession, aber 
die Verbindung mit dem Schwarzen Meere ist auch gross und unerhört, was man nicht 
vergessen darf, und auch das nicht, dass man zu jenen Mitteln greifen muss, die zum Ziel 
führen. Und wird die Regierung zu diesen Concessionen für den Anfang nicht einwilligen, 
so fürchte ich, dass sie nie ihr Ziel erreichen wird, ausser auf eigenen Dampfbooten. 
An der unteren Donau ist Holz so theuer — Kohlen sind nicht da — dass die 
Stationen von Widdin, Rustzuk, Silistria. Brail a etc. lediglich mit Holz und Kohlen aus 
unseren Ländern versehen werden müssen. Woher aber in der Nähe das Brennmaterial 
nehmen, als an den Grenzen? Und muss man es zahlen, da man schon so vielen Unkosten 
durch den Transport ausgesetzt ist, bevor das Ganze im Gange ist. um so unendlichen 
Plackereien. Gefahren etc. entgegen zu gehen, dann kehrt man lieber um und sagt der 
Donau-Dampfschiffahrt ein ewiges Lebewohl. Es handelt sich, man kann in der That 
sagen, um eine wesentliche Verbesserung der österreichischen Monarchie; und was ist zu 
opfern? Nicht das Mindeste, als Vorurtheile und Engbrüstigkeiten ; denn in den Jahren 
der Privilegien, sollen sie auch Hunderte von Jahren dauern, wird die Dampfboot- 
Gesellschaft die Steinkohlenberge des walachisch-illyrischen Regiments, die anjetzt nicht 
einen Groschen eintragen, nimmermehr davon tragen können ; sie wird sie aber zu einer 
reichhaltigen Quelle für zukünftigen Reichthum bilden. Auch wird die Gesellschaft Bäume 
nicht dort fällen, wo sie nützlich sind, aber dort, wo sie im Wege stehen, was ihr 
natürlicherweise angewiesen werden wird, so dass — betrachtet man die Sache im Glanz 
der Wahrheit — das respective Regiment und somit der Staat auch gewinnt, und die 
Dampfschiffahrts-Gesellschaft, indem sie Concessionen erhält, zugleich die wesentlichsten 
Dienste für Cultiir und Industrie leistet! — Umsonst müssen die Brennmaterialien auf 
die Zeit der Privilegienjahre sein, ganz umsonst : denn wird auch nur ein Kreuzer 
gezahlt, ausser in recognitionem dominii, dann ist die ganze Sache durch hundert 
fache Vexationen verunglimpft und versauert, die ich für hinlänglich halte, um das 
Ganze zu verleiden.« 
»Die Zeit drängt, und deshalb wäre es zu wünschen, dass Ew. k. Hoheit alles 
diesbaldigst in s Reine bringen könnten. Ich würde mich sodann mit den benannten 
Di rectoren in Verbindung setzen und sie zu dem Schritt zu bewegen suchen, von dem ich 
das Gelingen unserer Unternähme abhäugen sehe, »denn was man in der Minute aus 
schlägt, bringt keine Ewigkeit wieder«. — Fassen die Directoren den Entschluss, an dem 
ich nicht zweifeln will, so würde ich gleich auf zwei neue Dampfboote einen Subscriptions 
bogen eröffnen, der gewiss bald vollgeschrieben wäre, da die Unternähme aufhörte, eine 
ungarische zu sein, und auf der Stelle eine österreichische, ja europäische würde, und 
- i
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.