somit alle Action in Oesterreich. Bayern, Böhmen, Mähren, Deutschland. Frankreich,
und die meisten in England mit Zuversicht angebracht werden dürften. Die Sitzung der
ungarischen Akademie wird mich bis am 10. November in Fest halten.Bei meiner Zurückkunft
nach Fressburg möchte ich Alles dies, auf die hohe Verwendung Ew. k. Hoheit bauend, in
10 Tagen beenden und somit den 20. November meine Reise nach England antreten, von
dort Ende Februar zurückkehren und Anfang März mit dem »Franz T.« in die untere Donau
fahren. Ueber Alles, was ich Ew. k. Hoheit anjetzt in Kürze vortrug, sprach ich vor Kurzem be
reits mit Sr. Durchlaucht dem Fürsten Metternich, sowie auch mit dem Vice-Präsidenten
des Hofkriegsraths Grafen von Hardegg. Sie schienen beide für das Vorhaben äusserst
eingenommen zu sein. —und somit bleibt mir nichts übrig, als mich Ew. k. Hoheit mit der
Bitte zu Füssen zu legen. Höchstdieselben wollten die Gnade haben, durch ein paar Zeilen
Seine Durchlaucht den Fürsten von Metternich davon in Kenntniss zu setzen, dass ich
und Vásárhelyi nach England zu gehen haben, damit die nöthigen Fasse bei Zeiten
verabfolgt werden mögen. Ich bat darum den Fürsten Metternich mündlich, worauf er
erklärte: »Es würde besser sein, wenn Ew. k. Hoheit ihm ein paar Worte schreiben zu
lassen geruhen wollte, weil dadurch die Sache einen officiösen Charakter annehme, was
besser sei.» Genehmigen Ew. k. Hoheit mit gewohnter Güte und Wohlwollen die gut
gemeinten Bemühungen Höchstdero unterthänigsten Dieners u. s. w. Zinkendorf, den
23. October 1833. gez. Graf Stephan Szechenyi.«
Um den Wünschen der Regierung entgegen zu kommen und diese Geneigtheit sofort durch
die That zu beweisen, berief die gesellschaftliche Administration für den 2. December 1833 eine
ausserordentliche Generalversammlung der Actionäre, welche über die Frage der Vermehrung
der Schiffe, wie über die Entsendung eines Schiffes über die Katarakte, Beschluss fassen sollte.
In dieser Versammlung erschien auch Graf Szechenyi, um für die Anträge der Ver
waltung einzutreten. Mit hinreissender Beredsamkeit schilderte er die Nothwendigkeit, schon
mit nächstem Frühjahre eines der vorhandenen Schiffe nach der untersten Donau zu ent
senden, und empfahl den Bau von drei weiteren Schiffen, von denen eines das für den neuen
Schauplatz der gesellschaftlichen Thätigkeit bestimmte auf der oberen Donau ersetzen, das
zweite, als Seeschiff gebaut, zwischen Galaz und Constantinopel verkehren, das dritte aber
die Verbindung zwischen Fest und Wien hersteilen sollte. Er wies auf die Baggerschiffe oder
Excavateurs hin, wie sie damals schon in England gebaut wurden und. von Dampfkraft
getrieben, dazu dienten, Untiefen in den Flüssen in geeignetes Fahrwasser umzugestalten.
Die hohe Auffassung, welche der erleuchtete Mann von der Bestimmung unserer Wasser
strasse, die Cultur des Westens nach Osten fortzupflanzen, in sich trug, liess ihn die Verbindung
mit dem Schwarzen Meere nie aus dem Auge verlieren. Wenn er aber im kühnen Fluge seiner
regen Phantasie das letztere sozusagen der Donau annectirte, so geschah dies nicht allein, weil
er sich die Frage vorlegte, was wohl die Waaren des Westens in Galaz sollten, wenn sie keine
regelmässige Abfuhr nach dem Orient fänden, sondern, weil er als Staatsmann auch die Gunst
der politischen Verhältnisse nützen wollte.
Und damals schien in der That für den europäischen Orient eine Periode dauernder
Ruhe gekommen zu sein. Dem Frieden von Adriauopel war am 8. Juli 1833 der Freundschafts
vertrag zwischen Russland und der Pforte von Hunkiar-Iskelessi gefolgt. Russische Truppen,
die noch 1820 von Adrianopel aus den Grossherrn in Stambul zittern gemacht, waren vor
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