Full text: Denkschrift der Ersten k. k. privilegirten Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft zur Erinnerung ihres fünfzigjährigen Bestandes

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fällen vorzubeugen. Es war klar, dass die Fortschritte der Schiffstechnik würden naclilielfen 
müssen, solle auch nur Wien jederzeit erreicht und eine directe Fahrt in seiner Nähe ohne 
Umladung möglich werden. Hatte man ja doch daran denken müssen, die Versandung der 
Sulina-Mündung durch Einrichtung einer Landroute von Czernavoda nach Kustendje zu um 
gehen. Allerdings kam dieselbe nie gehörig in Schwung, da Fürst Metternich der Gesellschaft 
schon in der Generalversammlung vom 28. September 1840 die Mittheilung zugehen Hess, 
dass am 25. Juli in St. Petersburg eine Convention geschlossen worden sei, kraft welcher von 
Russland die feierliche Verpflichtung übernommen wurde, nicht allein den Leuchtthurm an der 
Sulina-Mündung ehebaldigst herzustellen, sondern auch die vor jener Mündung liegende Sand 
bank sobald als möglich hinwegzuräumen und dafür Sorge zu tragen, dass sich dieselbe nicht 
wieder bilde und der Schiffahrt Hindernisse in den Weg lege. Und wirklich konnte mit Rücksicht 
darauf die Landroute Czernavoda-Kustendje 1843 wieder aufgelassen werden, da ihre Benützung 
mit grossen Schwierigkeiten und Opfern verbunden war; Hindernisse, welche die erhoffte Weg 
kürzung von Wien nach Constantinopel nahezu aufhoben. — Während sich so die gesellschaft 
liche Unternehmung im Osten wie im Westen festigte und die Verwaltung eitrigst bemüht 
war, den Orientverkehr in grossem Style zu organisiren, drohte ihr jedoch im Centrum der ! 
gesellschaftlichen Thätigkeit, in Ungarn, eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Concurrenz- 
bestrehungen begannen sich zu regen und zwar von einer Seite, der man Fähigkeit und 
Erfahrung nicht absprechen konnte. Da galt es rasch und energisch zu handeln, um mit der 
Concurrenz auch deren Ursachen zu beseitigen. 
Die Administration säumte nicht, das Erforderliche zu thun. 
Am 28. September 1840 trat sie vor die Generalversammlung und entrollte ein Bild ihrer 
Leistungen seit 1834, wie des augenblicklichen Standes der Unternehmung und appellirte, gestützt 
darauf, an die Einsicht derselben. »Im Jahre 1834« — hiess es in dem Vortrage — »habem 
wir das Geschäft aus der Verpachtung in die eigene Regie übernommen und in 6 Jahren auf einen 
Punkt gebracht, wo Sie uns das Zeugniss nicht versagen werden, dass wir dem Auslande nur \ 
wenig nachstehen. Wir haben in diesem Augenblicke 10 Donauschiffe und 7 Seeboote in Thätig- "> 
kcit. Im Jahre 1841 vermehren wir unsere Boote auf der Donau um 5, eventuell 6 Schiffe und 
kommen dadurch in die ersehnte Lage, dass täglich ein Schiff von Wien abgehen kann, was als \ 
ein unumgängliches Bedürfnis angesehen wird. Nebst der Aufstellung dieser nicht unbedeutenden 
Anzahl Schiffe bleibt noch ein baares Betriebscapital von 300.000 fl., und waren wir willens, 
auf Vermehrung der Schiffe fortwährend anzutragen, so wie das Bedürfnis des Landes und 
des Verkehres es mit sich bringt.« 
»Indessen hat unser Gegner (Andrews), der mit unserer Stellung sehr genau vertraut ist, den 
Plan entworfen, eine Actieugesellschaft zubilden, derselben sein ungarisches Privilegium abzutreten 
und ihr G Schiffe zu liefern oder zu verkaufen, um damit die Donau in Ungarn auszubeuten.« 
»Erwägen Sie nun unsere Lage.« 
Die Administration gedachte der hohen Ziele, welche sich die Donau-Dampfschiftährts- 
Gesellschaft gesteckt, und wies auf die Opfer hin, welche sie, auf momentanen Nutzen verzichtend, 
der aus der Strecke von Wien nach Pest und Semlin, als der bevölkertsten, entsprungen wäre, 
gebracht, um den Wünschen der Staatsverwaltung zu begegnen und die Continuität der Donau 
linie zu wahren. »Wir entsendeten« — hiess es weiter — »unsere Schiffe in un wirthbare Gegenden I 
und nahmen Besitz von der unteren Donau, um sowohl dem Handel diese neue Strasse zuzu-
	        
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