Full text : Die Methoden der Volkszählung, mit besonderer Berücksichtigung der im preussischen Staate angewandten

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II.  Fragen,  die  Landwirtschaft  und  die  Viehhaltung  betreffend.
1)  Wie  gross  ist  der  Flächenraum  des  Grundstücks,  das  Sie  bewohnen  oder  bewirtschaften  ?
2)  Wie  viel  von  diesem  Flächenraum  ist  Ackerland?  Garten?  Wiese?
Weide?  Wald?  Teich  oder  See?
3)  Wie  viel  Fläche  des  Ackerlandes  des  Grundstücks  wird  in  der  Regel  jährlich  bestellt
mit  Weizen?  mit  Roggen?  mit  Gerste?  mit
Hafer?  mit  Oelfrüchten?...,,  mit  Kartoffeln?  mit
Futtergewächsen  für  das  Vieh,  inch  Zuckerrüben?  mit  Hülsenfrüchten  (Erbsen,  Wicken,
Bohnen)
Wie  viel  Fläche  bleibt  in  reiner  Brache  liegen?
4)  Wie  viel  Pferde  halten  und  besitzen  Sie?
Wie  viel  sind  hiervon  Füllen  unter  3  Jahre  alt?  Wie  viele  von  den  Pferden  werden  vorzugsweise  als
Ackerbaupferde  verwendet?  Wie  viele  vorzugsweise  als  Lohnfuhrpferde?
5)  Wie  viel  Stück  Rindvieh  (ausschliesslich  der  Kälber  unter  \  Jahr  alt)  halten  Sie  auf  dem  Grundstück?
Wie  viel  Stück  sind  hiervon  Stiere  (Bullen),  die  zur  Zeugung  gebraucht  werden?  Wie  viel  sind  Ochsen?
Wie  viel  Stück  sind  Kühe?  Wie  viel  Stück  sind  Jungvieh  (über  \  Jahr  alt)?
Wie  viel  Stücke  Ihres  Rindviehs  stehen  zur  Mast?
6)  Wie  viel  Stück  Schafvieh  (einschliesslich  der  Lämmer  unter  \  Jahr  alt)  halten  Sie  auf  dem  Grundstücke?
Wie  viel  sind  hierunter  Merinos  und  ganz  veredelte  Schafe?  Wie  viel  sind  halb  veredelte?
Wie  viel  sind  unveredelte,  die  aber  noch  der  Wolle  wegen  gezüchtet  werden?  Wie  viel  sind  Fleischschafe,
die  des  Fleisches  wegen  gezüchtet  werden?  Wie  viel  Stücke  Ihrer  Schafe  stehen  zur  Mast?
7)  Wie  viel  Stück  Schweine  halten  Sie?  (Die  Ferkel  unter  \  Jahr  bleiben  ausser  Betracht.)
8)  Wie  viel  Stück  Ziegenvieh  halten  Sie?
9)  Wie  viel  Mault  hiere  sind  auf  dem  Grundstück?  Wie  viel  Esel?
10)  Wie  viel  für  landwirtschaftliche  Arbeiten  bestimmtes  Gesinde  halten  Sie  auf  dem  Grundstücke,  d.  h.  wie  viele
Knechte  und  Jungen?  Wie  viel  Mägde?  Wie  viel  Tagelöhner?
11)  Betreiben  Sie  die  Landwirtschaft  als  alleiniges  Gewerbe?  Oder  treiben  Sie  noch  andere  Gewerbe  nebenbei?  ..
Welche?  Welches  von  allen  Gewerben,  die  Sie  betreiben,  betrachten
Sie  als  Ihr  Hauptgewerbe?

Motive  und  Erläuterungen.
Im  Allgemeinen.  Unter  allen  den  hier  gestellten  Fragen  ist  nur  die  3.  eine  neue  zu  nennen.  Angaben  über  die  Grösse  der  Fläche
und  ihre  Verwendung,  über  die  Viehhaltung,  über  die  Zahl  des  landwirtschaftlichen  Gesindes,  so  wie  auch  über  die  Art  des
Betriebs  der  Landwirtschaft,  ob  als  Alleingewerbe  oder  als  Nebengewerbe,  wurden  früher  schon  erhoben  und  sind  auch  bisher
durch  die  vom  statistischen  Bureau  herausgegebenen  Tabellen  und  amtlichen  Nachrichten  vom  preussischen  Staate  regelmässig  veröffentlicht ­
  worden.  Neu  ist  daher  nur  die  Form  der  Erhebung.  Man  verlangt,  von  dem  Einzelnen  die  auf  seine  Wirtschaft
bezüglichen  Nachrichten  von  ihm  selbst  oder  unter  seiner  Verantwortung  zu  erfahren,  weil  voraussätzlich  jeder  Landwirt  und
Viehhalter  über  seine  Verhältnisse  am  Besten  unterrichtet  ist.  Werden  die  verlangten  Nachrichten  so  genau  als  möglich  gegeben,
so  wird  damit  die  sichere  Grundlage  einer  bis  jetzt  dem  preussischen  Staate  noch  fehlenden  landwirtschaftlichen  Statistik  gewonnen,
d.  h.  die  Grundlage  zur  Statistik  des  wichtigsten  Gewerbszweigs  im  Staate.  Zwar  fehlt,  um  die  volle  Bedeutung  des  lezteren
zu  ermessen,  noch  immer  der  Umfang  der  Production,  allein  man  wird  vor  der  Hand  sich  schon  mit  der  Kenntniss  der  Fläche
zufrieden  geben  können,  welche  dem  Anbau  der  wichtigsten  Producte  des  Landbaues  gewidmet  ist.
Z  ;¡  1  und  2.  Die  Grösse  des  Flächenraums  ist  wo  möglich  nur  in  Magdeburger  Morgen  anzugeben.  Wo  dies  nicht  geschehen  kann,
ist  wenigstens  das  gebrauchte  Maass  genau  zu  bezeichnen.
Zu  3.  Auch  hier  ist  wo  möglich  die  dem  Anbau  der  einzelnen  Gewächse  gewidmete  Fläche  des  Grundstücks  in  Magdeburger  Morgen
anzugeben.  Da  diese  Fläche  aber  wahrscheinlich  sehr  häufig  nur  nach  der  Aussaat  bekannt  ist,  so  kann  in  solchen  Fällen  'die
Angabe  auch  so  erfolgen,  dass  angegeben  wird:  Wie  viel  Scheffel  oder  Metzen  von  jeder  der  genannten  Fruchtarten  ausgesäet
worden  sind,  und  wie  viel  in  reiner  Brache,  d.  h.  ein  volles  Jahr  oder  von  einer  Ernte  zur  anderen,  unbebaut  liegen  bleiben.
Zu  4.  und  5.  Diese  Fragen  bedürfen  keiner  Erläuterung.
Zu  6.  In  der  Schafzucht  macht  sich  gegenwärtig  neben  der  Wollschafzucht  sichtlich  noch  eine  andere  Richtung,  die  Fleischschafzucht, ­
  geltend.  Auch  dieser  letzteren  Richtung  muss  die  Statistik  ihre  Beachtung  schenken,  und  dies  um  so  mehr,  als  es  eine
vielfach  erwiesene  Thatsache  ist,  dass,  je  stärker  die  Bevölkerung  über  ein  gewisses  Maass  der  Dichtigkeit  hinaus  wächst,  die
Wollschafzucht  abnimmt  und  die  Fleischschafzucht  zunimmt.  In  manchen  Ländern  macht  die  letztere  sogar  der  Schweinezucht
das  Feld  streitig.
Zu  7  —  9  ist  nichts  zu  erwähnen.
Zu  10.  Hier  ist  ausdrücklich  nur  vom  Gesinde  die  Rede.  Obschon  in  kleineren  Wirtschaften  der  Mann,  die  Frau,  die  Kinder  etc.
die  Wirthschaftsarbeiten  besorgen,  also  auch  die  Gesindearbeit  mitverrichten,  so  ist  doch  hier  nur  anzugeben:  Wie  viel  Gesinde
(ausser  solchen  Familienangehörigen)  gehalten  wird.
Zull.  Wie  unbedeutend  diese  Frage  auch  erscheint,  so  ist  sie  doch  sehr  wichtig.  Ihre  Beantwortung  liefert  das  Material  zu  der
Erkenntniss,  wie  sehr  in  einzelnen  Theilen  des  Landes  noch  die  wohltätige  Verbindung  zwischen  Industrie  und  Landwirtschaft
besteht,  ob  und  wo  sie  abnimmt  oder  zunimmt,  und  welchen  Ursachen  das  Eine  oder  das  Andere  zuzuschreiben  ist.  Es  würde
entweder  hier  oder  zu  Frage  2.  noch  die  nach  der  etwaigen  Verpachtung  von  Parodien  oder  Hinzupachtung  von  solchen  gestellt
werden  müssen,  allein  für  jetzt  sind  dergleichen  Fragen  noch  unterlassen  worden,  um  ihre  ohnehin  schon  beträchtliche  Zahl  nicht
noch  weiter  zu  vermehren.

Vorstehende  Fragen  sind
Ort:

von  mir  nach  bestem  Wissen  und  Gewissen  beantwortet  worden.
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