Full text : Mittheilungen aus der Geschäfts- und Sterblichkeits-Statistik der Lebensversicherungsbank für Deutschland zu Gotha für die fünfzig Jahre von 1829 - 1878

Y.  Theil.  Statistik  der  Sterblichkeitsverhältnisse.

75

den  wirklichen,  bisweilen  erheblich,  abweichen.  Freilich  würde  j
es  eine  viel  zu  umständliche  Arbeit  sein,  die  nach  der  Versicherungsdauer ­
  beobachteten  Verschiedenheiten  bei  der  wirklichen ­
  Abschätzung  der  Verbindlichkeiten  einer  Lebensversicherungsanstalt ­
  in  Rechnung  zu  ziehen  ;  aber  es  wird  für  die
Praxis  auch  genügen,  wenn  man  ihren  Einfluss  kennt  und
nach  wirklich  durchgeführten  Rechnungsbeispielen  abzuschätzen
versteht.  Es  wird  dies  um  so  mehr  genügen,  als  bei  der
Prämienberechnung  der  Fehler  stets  auf  die  sichere  Seite  fällt
—  die  Verschiebung  der  Sterblichkeit  hat  sowohl  eine  vergrösserte
  Zinsen-  als  auch  Prämieneinnahme  zur  Folge  —  und
es  bei  der  Reserveberechnung  sich  in  den  meisten  Fällen  um
geringere  Differenzen  handelt,  die  sich  zum  Theil  auch  noch
ausgleichen.  *)

*)  Ueber  die  technische  Bedeutung  der  Frage  findet  man  genaue
Aufschlüsse  in  den  interessanten  Abhandlungen  von  Berridge,  King  und

Es  mögen  nun  zunächst  zwei  Uebersichten  folgen,  welche
auf  Grund  der  Tabellen  XXX  und  XXXÍ  berechnet  sind  und
erkennen  lassen,  wie  sich  die  Sterblichkeit  unter  den  Versicherten ­
  überhaupt  (d.  h.  für  Männer  und  Frauen  zusammengenommen) ­
  und  unter  den  Männern  allein  innerhalb  der  ersten
io  Versicherungsjahre  und  für  den  Rest  der  Versicherungsdauer ­
  gestaltet  hat.  Für  die  Frauen  wurde  eine  besondere
Uebersicht  nicht  beigefügt,  weil  die  hauptsächlichsten  Resultate
der  Frauensterblichkeit  nach  der  Versicherungsdauer  bereits  in
!  Kapitel  IV  mitgetheilt  sind  und  eine  weitere  Zerlegung  des  auf
:  die  Frauen  bezüglichen  Reobachtungsmaterials  bei  dem  geringen
!  Umfang  desselben  kaum  zu  werthvollen  Ergebnissen  führen
dürfte.

Sprague  (Journal  of  the  Institute  of  Actuaries,  Yol.  XIX,  pag.  351
und  381,  Yol.  XX,  pag.  95  und  233,  Yol.  XXI,  pag.  229).

Tabelle  1.
Sterblichkeit  nach  der  Versicherunsrsdauer.  —  Männer  und  Frauen  zusammen  gefasst.

Altersklasse ­


Sterblichkeitsprocentsätze
in  verschiedenen  Perioden  der  Versicherung.
Versicherungsjahre  :
2  I  3  j  4  5  1 —5  6  u.  aufw.  !  I—IO  11  u.aufw.  Im  Ganzen

Zahlen  der  Sterhefiille,
nach  welchen  die  nebenstehenden  Procentsätze
berechnet  sind.

5

1—5

6  u.  aufw

-10  11  u.aufw.

Im  Ganzen

26  —  30
31—35
36—40
4 1 —45
46—50
Si-55
56—60
61-65
66—70

0,33
0,5  6
0,54
0,73
0,97
1,03
2,07
1.90

0,64
0.67
0,7  3
0,5  9
1,13
1,72
2,5»
2,16

0,79  °,89
0,58  !  0,77
0,78  !  0,81
0,90  j  0,98
1,34  1,24
1,91  !  1,08
2,31  j  2,86
3,16  2,72

0,73
0,71
0,86
Ij09
1,2*
1,56
2,46
3,03
5,01

0,60
0,64
0,74
0,86
1,18
1,69
2,46
2,77
3,-9

0,7  4
0,77
0,96
1,10
1,41
1,92
2,82
4,14
6,27

0,61
0,67
0,80
0,95
1,25
1.76
2,60
3)54
4.77

1,04
1  ,1  2
1,15
1,48
1,93
2,84
4,18
6,38

0,61
0,68
0.  84
1,01
1,

1,36

*,86
2,77
4,05
6,24

44
104
92
85
74
48
53
8
i

64
”5
120
71
87
86
69
15
3

56
89
122
112
104
101
65
33
2

43  I  23
100  i  76
121  120

123
99
86

136
102
87
79

36  i  48
5  i  li

230
484
575
527
466
415
352
140
22

32
205
651
i  122
1  643
2  121
2  636
2924
2878

259
662:
i  031  i
i  110J
i  °53
965
860

536I
194

27
195
539
i  056
1  571
2  128
2  528
2  706

262
689
i  226
1  649
2  109
2  536
2  988
3064
2  900

Tabelle  2.

Sterblichkeit  nach  der  Versicherungsdauer.

Männer  allein.

Altersklasse ­


Sterblichkeitsprocentsätze
in  verschiedenen  Perioden  der  Versicherung.
Versicherungsjahre  :
2  3  4  5  I  —  5  6  u.  aufw.  I  —  IO  II  u.aufw.  Im  Ganzen

Zahlen  der  Sterbefälle,
nach  welchen  die  nebenstehenden  Procentsätze
berechnet  sind.

I—5  6  u.  aufw.  I  —  IO  II  u.aufw.  Im  Ganzen

26—30
31—35
36—40
41—45
46—50
Si-55
56—60
61  —  65
66—70

0,33
0,54
0,53
0,73
0,90
I  .03
2,05
2,37

0,57
0,62
0,72
0,58
1,13
1,80
2,28
2,24

0,77
0.58
0,75
0,89
1,36
1,97
2,46
3*37

0,85
0,73
0,77
0,99
1,18
1,75
2,74
2,83

0,68
0,72
0,82
1,04
1,21
1,53
2,58
3*06
5,45

0,57
0,62
0,71
0,85
1,16
1,63
2,44
2,89
3*62

0,7  3
0,76
0,94
1,10
1,42
1,90
2,81
4,18
6,38

0,5  8
0,65
0,78
0,95
1,24
1,80
2,68
3*60
5,14

1,00
1,09
1,15
1,49
1,95
2,84
4,22
6,45

0,58
0,66
0,82
1,01
1,36
1,89
2,76
4,11
6,35

43
98
87
80
63
42
44
8

55
103
115
66
81
79
52
13
i

52
86
113
106
98
93
59
29
i

39
92
111
"I
87
71
31
4

20
74
111
125
94
78
72
40
10

209
453
537
496
424
379
298
121
17

28
194
616
i  086
1  584
2038
2  463
2  722
2655

235
624
972
i  065
982
898
746
457
169

23
181
517
i  026
1  519
2  015
2  386
2  503

237
647
i  153
1  582
2  008
2417
2  761
2  843
2  672

Die  Procentsätze  der  einzelnen  Spalten,  in  horizontaler
Richtung  mit  einander  verglichen,  zeigen,  soweit  sie  sich  auf
einzelne  Versicherungsjahre  beziehen,  keineswegs  eine  grosse
Regelmäsigkeit,  was  an  sich  leicht  erklärlich  ist;  denn  erstens
zersplittern  sich  die  Beobachtungen  durch  die  doppelte  Eintheilung
  nach  Altern  und  Versicherungsjahren  ganz  bedeutend
und  zweitens  handelt  es  sich  (in  der  horizontalen  Linie)  meist
um  Differenzen,  welche  an  sich  nicht  gross  sind  und  deshalb
durch  kleine  Störungen  leicht  verdeckt  werden.*)
*)  Dass  die  Grösse  der  hez.  Differenzen  auf  die  scheinbare  Kegelmäsigkeit
  keinen  unwesentlichen  Einfluss  hat,  ergiebt  sich  am  schlagendsten,
wenn  man  die  Sätze  nicht  in  horizontaler,  sondern  in  senkrechter  Linie

Fasst  man  aber  an  den  Stellen,  wo  stärkere  Schwankungen
Vorkommen,  die  Resultate  für  mehrere  Jahre  zusammen,  indem
man  entweder  die  entsprechenden  Zahlen  der  Lebenden  und
Sterbenden  addirt  und  aus  diesen  den  Quotienten  bildet,  oder
aus  den  gegebenen  Procentsätzen  einfach  den  Durchschnitt
zieht,  so  ergiebt  sich  sofort,  dass  die  Sterblichkeit  in  den
ersten  5  Jahren  durchgängig  mit  dem  wachsenden  ^  ersicherungsalter
  —  das  Lebensalter  ist  bis  auf  die  geringen  Abweichungen, ­
  welche  wegen  der  verschiedenen  \ertheilung  der
mit  einander  vergleicht.  Die  Zahlen  zeigen  nämlich  dann,  abgesehen
von  einigen  wenigen,  hauptsächlich  die  Altersklassen  26  —  30  und  61  —  65
treffenden  Schwankungen,  einen  ganz  regelmäsigen  A  erlauf.
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