Full text : Das Finanzsystem des deutschen Reiches in politischer und wirtschaftlicher Beziehung

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oom  1.  April  bis  31.  ÄRörß  Iaufcnbe  C£tats]ai)r,  melcftes  [eil  1899
ben  Aamen  bes  3at)tes  füftrt,  oon  bem  8 / 4  mit  iftm  gufammen»
fallen,  feftgeftellt  i[t,  [inb  burcft  ben  (Etat  ber  (Einnahmen  bie  gu
[einer  Dedung  erforberlidjen  Mittel  gerbet  gu  [Raffen,  £efttere
[inb  [elb[trebenb  unter  allen  Um[tänben  [o  gu  beme[[en,  baft  [ie
ausreicften,  meil  anbemfalls  bie  baren  Betriebsmittel  ber  Aei(ftsftauptlaffe
  [eftr  halb  ausgegeben  [ein  mürben.  Aeicften  bafter  bie
eigenen  (Einnahmen  bes  Aei^s  nid)t  aus,  [o  mü[[en  eben  auf  anberem
  2Bege  bie  (Selber  b  eh  afft  merben.  Soldje  2Bege  gab  es
bislang  gmei:  bie  Alatrilularbeitröge  unb  bie  Anleiften  (letztere
[inb  „aufterorbentlicfte“  Dedungsmittel),  bie  man  leiber  nur  gu  oft
3U  befreiten  [i<ft  oeranlaftt  gefeften  ftat.  3nbe[[en,  bie  (Etats
muftten  „balancieren“,  b.  ft.  bie  Boranfcftläge  ber  Ausgaben  muftten
mit  benen  ber  (Einnaftmen  überein[timmen.  Datfäcftlidj  iönnen  ja
bie[e  Boranfcftlage  ben  „3[tergebni[[en"  ber  Aedjnungen  ni(ftt  genau
  gleid)  [ein,  mie  benn  3.  23.  bas  3aftr  1905  eine  [eftr  erfreuliche
Hberrafcftung  infofern  bereitet  ftat,  als  [eine  „3fterträgni[fe“  ben
„Sollbetrag“  ber  (Einnaftmen  [eftr  mefentlicft  überfliegen.  Anberer=[eits
  lommt  aucft  bas  ©egenteil  oor,  befonbers  in  gallen  mie  [ie
ber  ^ereroaufftanb  3.  23.  huf.
Da  i[t  benn  bie  Regierung  öfters  ge3toungen,  bie  bemilligten
Ausgaben  3U  überfcftreiten,  unb  muft  auf  bem  2Bege  ber  Einbringung
  oon  Aacfttragsetats  gnbemnität  oerlangen  —  eine  [lets
[eftr  miftlicfte  unb  ftaatsrecfttlicft  nicftt  einmanbfreie  Sletftobe  ber
ginan3politii.  Es  mirb  immer  Aufgabe  einer  [orgfältigen  unb
lorrelten  Regierung  [ein,  burcft  re(ftt3eitige  Einberufung  ber  gefeftgebenben
  körperhaften  —  menn  es  [ein  muft,  3U  aufterorbentlicften
Dagungen  —  Etatsüberfcftreitung  tunlidjft  3U  oermeiben.  Derartige
Aadjtragsetats  [inb  ja  nicftt  immer  3U  umgeften,  aucft  lann  es
oorlommen,  baft  eine  Regierung  gerabe3U  bie  nationale  ^[Iic^t
ftat,  nicftt  bemilligte  ©elber  aus3ugeben,  aber  bas  füllten  ftöcftft
[eltene  Ausnaftmefälle  bleiben.
3[t  nun  naift  Eingang  aller  2lbred)nungen  unb  Aa<ftmei[e
bie  Anfertigung  bes  Abfcftluffes  für  ein  Etatsjaftr  möglidj  geroefen,
  [0  geftt  bem  Aeicftstag  bie  „Überficftt  ber  Aeicftsaus*
gaben  unb  ^Einnaftmen“  3U.  Auf  ©runb  biefer  Aacftmeifungen
            
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