Full text : Laienbrevier der National-Ökonomie

S.  Wertheimer,  Feuerversicherung  und  andere  Sachschadenversicherungszweige.  79>
Geschäft  allein  nicht  kennen  und  ebensowenig  darüber  unterrichtet  find,
welchen  Teil  der  Schäden  die  Rückversicherer  getragen  haben.
Um  die  sammelnde  und  verteilende  Tätigkeit  in  ihren  Einzelheiten
näher  würdigen  zu  können,  wäre  es  an  sich  von  Interesse  zu  wissen,  wie
sich  die  Prämieneinnahmen  aus  dem  direkten  deutschen  Geschäft,  die  wir
in  ihrer  Gesamtheit  aufgeführt  haben,  verteilten  und  zwar  nicht  nur  der
Größe  der  einzelnen  Prämien  nach,  worüber  wir  oben  schon  einiges  bemerkten,
  sondern  auch  örtlich,  nach  Volksschichten,  nach  Berufsgruppen
usw.  Die  Beantwortung  dieser  Frage  würde  zweifellos  schätzenswerte
Ausschlüsse  über  manches  Problem  geben.  Aber  leider  läßt  sich  eine  derartige ­
  Arbeit  auf  Grund  des  vorhandenen  Materials  auch  nicht  mit  annähernder ­
  Genauigkeit  durchführen.  Nicht  einmal  eine  Verteilung  auf
große  Gruppen,  wie  Industrie,  Handel  und  Landwirtschaft,  reine  Wohnstätten ­
  ist  möglich.  Bei  den  einzelnen  Gesellschaften  ist  ja  allerdings
Material  vorhanden,  das  mit  Hilfe  einer  umfangreichen  und  mühevollen
Bearbeitung  einschlägige  Teilergebnisse  ermöglichen  würde,  aber  eine  einheitliche ­
  Darstellung  wäre  wohl  auch  auf  dieser  Grundlage  kaum  zu  erreichen. ­
  Schätzenswerte  Monographien,  wie  die  des  Herrn  Regierungsdirektor ­
  von  Rasp  über  die  Entwicklung  der  Haushaltversicherung  in  den
setzten  20  Jahren,  liegen  wohl  vor,  aber  sie  sind  von  vornherein  nur
Zur  Beleuchtung  interessanter  Einzelfragen  bestimmt  und  bieten  daher
nicht  die  Möglichkeit,  die  hier  gestellten  Fragen  zu  beantworten.
Nur  eine  Folge  der  eben  geschilderten  Verhältnisse  ist  es,  daß  wir
auch  nicht  bestimmen  können,  welcher  Teil  der  Prämien  als  Konsumausgabe ­
  und  welcher  als  Produktionskosten  angesprochen  werden  kann.
Im  übrigen  ist  gerade  für  die  Feuerversicherung  die  Lösung  dieser  Frage
wohl  weniger  wichtig.  Die  Beträge  sind  hier  in  der  Regel  nicht  so  hoch,
daß  die  Ausgabe  eine  Einschränkung  des  sonstigen  Konsums  nötig  machen
sönnte  oder  daß  die  Überwälzung  einer  im  Gewerbe-  oder  landwirtschaftsschen
  Betriebe  genommenen  Feuerversicherung  irgendwie  zahlenmäßig  bei
der  Bemessung  des  Preises  der  Produkte  zum  Ausdruck  käme.  Die
Prämien  bilden  in  solchen  Fällen  einen  verhältnismäßig  geringen  Teil
der  allgemeinen  Unkosten.  Daß  Feuerversicherungsprämien,  die  ja  theoretisch ­
  wohl  in  vielen  Fällen  dem  Produktionsvermögen  entzogen  werden,
tatsächlich  eine  wenn  auch  nur  unbedeutende  Einschränkung  der  Produktion
dedingen  könnten,  darf  wohl  als  ausgeschlossen  gelten.  Daß  umgekehrt
die  Verteilung  der  angesan,Hielten  Gelder  in  erheblichem  Maße  produktionsfdrdernd
  wirkt,  wird  weiter  unten  zu  erörtern  sein.
Hinsichtlich  der  Verteilung  des  Gesammelten  haben  wir  zunächst  nur
            
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