Full text : Laienbrevier der National-Ökonomie

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5.  Kapitel

fallen,  die  ohne  ausdrückliche  Genehmigung  ihren  Betrieb ­
  einstellten.
Da  erzwangen  die  liberal-manchesterlichen  Gruppen
das  Berggesetz  vom  24.  Juni  1865,  und  dadurch  wurde
mit  einem  Schlage  die  ganze  industrielle  Zukunft  Deutschlands ­
  in  die  Hände  derjenigen  gelegt,  deren  Interessen
durch  dieses  Gesetz  gefördert  wurden.
Der  Zugang  zum  Grund  und  Boden  und  seinen
Schätzen  sollte  für  jeden  frei  sein,  das  klang  sehr  plausibel
und  verführerisch,  als  man  das  Gesetz  einbrachte,-  aber
was  nützte  diese  Freiheit  dem  Gelehrten,  dem  Beamten,
dem  Kleinbürger,  dem  Rrbeiter?  Gar  nichts!  Wohl
aber  denen,  die  wußten,  weshalb  sie  solche  Gesetze
wollten.  Nun  hatten  sie  Gelegenheit,  für  ein  weniges
ungeheure  Rechte  einzutauschen,  Rechte,  die  ganz  unabsehbar ­
  waren.  Freilich  meinte  der  Staat,  als  er  sie
weggab,  damit  nur  Rechte  des  Gebrauchs,  der  Nutznießung,- ­
  aber  kaum  ist  ein  Nlenschenalter  verflossen,
und  wir  sehen  durch  mächtige  Kapitalorganisationen
das  Prinzip,  andere  vom  Rechte  auf  den  Grund  und
Boden  auszuschließen,  also  das  Recht  der  Nichtbenutzung ­
  zum  System  erhoben  und  zu  einer  Stärkung
des  Kapitals  führen,  die  das  Recht  der  Benutzung  allein
nicht  zu  geben  vermag.  Denn  wenn  das  Gesetz  von
1865  nicht  erschienen  wäre,  hätte  der  Staat  das  Recht,
noch  nicht  erschlossene  Kohlenfelder  selbst  auszubeuten
und  dadurch  die  Möglichkeit,  der  Macht  der  Syndikate
jede  gefährliche  Spitze  zu  nehmen.
Ruch  auf  anderen  Gebieten  sehen  wir  die  deutliche
Tendenz  der  Gesetzgebung  seit  dem  Einsetzen  der  liberalen, ­
  manchesterlichen  Ära,  alles  zu  tun,  was  den
Wert  der  Rechte  am  Grund  und  Boden  zu  erhöhen
vermochte.  Möglichste  Zurückdrängung  der  Grund-
            
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