Full text : Laienbrevier der National-Ökonomie

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8.  Kapitel

Die  Erkenntnis  von  der  Bedeutung  der  kulturheischenden ­
  Persönlichkeit  als  höchstes  Wertobjekt  läßt
auch  die  Frauenfrage  durchaus  klar  und  durchsichtig ­
  erscheinen.
Der  höchste  Beruf  der  Frau  ist  das  Rind,
und  alle,  die  an  dessen  Wartung  und  pflege
teilnehmen,  sind  werteschaffende  Glieder
ihres  Volkes  und  nicht  etwa  zehrende.
Die  aber,  denen  die  Ehe  oder  eigene  Kinder  versagt ­
  geblieben  sind,  erfüllen  nur  eine  Pflicht  ihrem
Volke  gegenüber,  wenn  sie  ihre  Kräfte  im  Erwerbsleben ­
  betätigen.  So  helfen  sie  doch  mit  am  Produktionsprozeß ­
  und  werden  selber  kaufkräftig.
Sie  tun  im  Grunde  ja  auch  weiter  nichts,  als
was  die  Frauen  und  Mädchen  früherer  Generationen
getan  haben.  Diese  waren  doch  auch  nicht  untätig.  3m
Hause  wurde  gesponnen,  gewebt  und  gestrickt,-  jeder
größere  Hausstand  auf  dem  Lande  buk  sein  eigenes
Brot,  goß  eigene  Lichte,  kochte  eigene  Seife.  —  Da  kam
das  Zeitalter  der  Maschinen  und  der  erhöhten  Arbeitsteilung- ­
  aus  allen  diesen  Gebieten  wurde  die  Frau
verdrängt,  und  wenn  sie  nicht  in  sich  den  echt  germanischen ­
  Trieb  der  Betätigung  gehabt  und  sich  andere ­
  Gebiete  erobert  hätte,  so  wäre  ein  großer  Teil
unserer  Volkskraft  zum  Brachliegen  verurteilt  worden.
Dabei  ist  das  herausdrängen  der  ehe-  und  kinderlosen
Frau  aus  dem  alten  Hausgewerbe  in  die  freien  Berufe ­
  nicht  etwa  ein  volkswirtschaftlicher  Rückschritt,
sondern  umgekehrt.  Denn,  wenn  die  Frau  sich  als
Lehrerin,  Ñrztin  usw.  betätigt,  so  leistet  sie  durch
Erziehung  und  Heilung  von  Menschen  weit  mehr,  als
wenn  sie  in  Großmutterweise,  Seife  kochte  und  Talglichte
  gösse.
            
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