Full text : Laienbrevier der National-Ökonomie

25

Über  ökonomische  Werte
wieder  gemacht  wird,  und  vor  dem  nicht  genug  gewarnt ­
  werden  kann.  Indem  man  von  der  Auswanderung ­
  eine  Besserung  der  einheimischen  Verhältnisse
erhoffte,  sah  man  nicht,  daß  mit  der  Person  jedes
Auswanderers  ein  Stück  Volksvermögen  hinausgestoßen
wurde,  höchstens  rechnete  man  aus,  wieviel  Geld  die
Leute  mit  sich  übers  Meer  nahmen  und  bemaß  danach ­
  in  wahrhaft  kindlicher  Weise  den  von  Deutschland ­
  erlittenen  Verlust.  Man  hielt  eben  das,  was  der
Mensch  mitnahm,  seine  paar  armseligen  Güter  für  wertvoll, ­
  ihn  selbst  für  überflüssig,  also  für  wertlos.
Zum  Glück  ist  das  jetzt  etwas  besser  geworden,'
aber  die  letzten  Konsequenzen  aus  der  Wertschätzung
des  leistungs-  und  bedürfnisfähigen  Menschen  ziehen  noch
die  wenigsten.  So  erblicken  die  meisten  in  der  Familie
ein  zehrendes  Element  und  nennen  nur  den  Arbeiter, ­
  der  Korn  und  Fleisch,  Steine  und  Zement,  Kleider ­
  und  Schuhe,  Gische  und  Betten  hervorbringt,  produktiv. ­

Das  mag  privatwirtschaftlich  richtig  sein,  volkswirtschaftlich ­
  ist  es  eine  durchaus  irrige  Auffassung.
In  den  Kinder  st  üben  wachsen  die  Werte
der  Zukunft!  Allerdings  nicht  solche,  die,  wie  Kartoffeln ­
  und  Rüben,  in  einem  Sommer  reifen,  sondern
solche,  die  ein  halbes  Menschenalter  zu  ihrer  Entwickelung ­
  brauchen.
Nun  braucht  ein  Eichwald  noch  länger,  ehe  er
von  Nutzen  ist,  aber  niemandem  wird  es  einfallen,
die  zu  seiner  Anlage  und  pflege  verwendeten  Gelder
für  unproduktiv  zu  erklären,  warum  sollten  denn
die  für  die  kjervorbringung  und  Erziehung  von  Menschen ­
  gemachten  Aufwendungen  unproduktiv  d.  h.  zehrend ­
  sein?
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.