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4. Kapitel
Nun sind aber alle Untersuchungen über das Wesen
des Kapitals in unseren heutigen Verhältnissen, so
lange wir nicht das legitime vom illegitimen schei
den, d. h. solange wir nicht seinen Ursprung berück
sichtigen, Beobachtungen an verunreinigten Objekten
und daher unzulässig.
Eine besondere Erschwerung der Untersuchung liegt
darin, daß unsere modernen Verhältnisse die an sich
einfachen Hergänge stark verschleiern. Die meisten neh
men an, jemand bezöge eine arbeitslose vente, wenn
er z. B. an der Börse irgendein Industriepapier kaufe,
das ihm eine gute Dividende einbringt.
Selbst wenn das Geld, mit dem man dieses Papier
kauft, erarbeitetes Kapital ist, sieht man die dar
aus fließenden Zinsen für arbeitslosen Erwerb an,
weil der betreffende zufällig selbst nicht tätig ist,
sondern Betriebsleiter, Direktoren, lverkmeister und
Arbeiter sich anstrengen müssen, das Kapital zu ver
zinsen.
hier tritt eine gründliche Verkennung des Prin
zips der Arbeitsteilung zutage, und daher wollen wir
den Fall einmal analysieren.
Zunächst müssen wir feststellen, was denn eigent
lich eine moderne Aktiengesellschaft im Grunde bedeu
tet, denn hier stolpern schon die meisten. Ulan nimmt
gemeiniglich an, die Aktionäre seien die eigentlichen
Unternehmer, und da sie zum größten Teil der Be
triebsleitung mehr oder minder fern stehen, so glaubt
man hier ein neues Argument von der arbeitslosen
Rente zu finden. Man spottet über diese „Unterneh
mer", die das Unternehmen mitunter nie zu Gesicht
bekommen. In Wirklichkeit sind die leitenden Persön
lichkeiten, die Erfinder, die Direktoren usw., die Unter-