Object : Inflation und Geldentwertung

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Die  Finanzwirtschaft  während  des  Krieges  usw.

durchgeführt  worden  ist,  daß  selbst  hier  noch  erhebliche  Mehrgewinne ­
  erzielt  worden  sind,  wovon  die  Ergebnisse  der  Kriegsgewinnsteuer ­
  (bis  Ende  März  1919:  13  Milliarden  Mark)  Zeugnis
ablegen.  Allerdings  ist  in  England  die  verbliebene  Kaufkraft  noch
mittelst  erheblicher  Steigerung  der  Einkommensteuersätze  angegriffen ­
  worden  (Ertrag  der  Einkommensteuer  in  England  bis
31.  März  1919:  18  Milharden  Mark;  im  Jahre  1918/19  allein:
6  Milliarden  Mark  gegen  1,3  Milliarden  Mark  im  Jahre  1914).
In  Deutschland  ist  die  Unwirksammachung  der  aufgeblähten
Kn.ufkra.ft  durch  Steuern  in  nur  unzureichendem  Maße  erfolgt.  Im
Jahre  1914  hielten  sich  die  Einnahmen  aus  Steuern  ungefähr  auf  der
Höhe  des  Vorjahres;  im  Jahre  1915  gingen  sie  sogar  um  300  Millionen ­
  Mark  zurück,  ohne  daß  zu  ihrer  Wiederergänzung,  geschweige
denn  zu  einer  Steigerung  etwas  unternommen  worden  wäre.  Erst
im  Jahre  1916  wurden  die  ersten  Kriegssteuern  beschlossen  und  eingeführt. ­
  Sie  erreichten,  daß  die  Steuereingänge  wieder  auf  den
Stand  vom  Jahre  1913  stiegen.  Erst  im  Jahre  1917  gelang  es,  durch
Einführung  und  Erhöhung  weiterer  Steuern  die  Steuereinnahmen
so  zu  erhöhen,  daß  sie  mit  rund  1  Milliarde  Mark  über  die  des
Jahres  1913  hinausgingen.  Jedoch  ist  hierbei  zu  beachten,  daß  es
sich  vorzugsweise  um  indirekte  Steuern  handelt,  und  daß  die
Haushaltsrechnungen  des  'Reiches  in  Wirklichkeit  auch  in  diesem
Jahre  mit  einem  Defizit  abschlossen.  Die  tatsächlichen  Defizite
aus  den  Jahren  1916  und  1917  in  Höhe  von  1104  und  891  Millionen
Mark  sind  dann  aus  dem  Ertrage  der  Kriegsgewinnsteuer  gedeckt
worden,  die  bis  zum  31.  März  1918  etwa  4900  Millionen  Mark  erbracht ­
  hatte.  In  Wirklichkeit  sind  also  nicht  nur  die  eigentlichen
Kriegsausgaben,  sondern  auch  beträchtliche  Teile  der  laufenden
Ausgaben  im  ordentlichen  Haushalt  bis  zum  Jahre  1918,  d.  h.  fast
während  des  ganzen  Krieges  aus  Krediten  bestritten  worden.
Außer  dieser  zweifellos  beklagenswerten  Verspätung  zeichnet
sich  die  deutsche  Steuerpolitik  während  des  Krieges  ferner  durch
eine  auffallende  Milde  aus,  wenigstens  soweit  die  direkte  Besteuerung ­
  in  Betracht  kommt.  Während  in  England  schon  ab  1915  alle
Mehrgewinne  der  Gesellschaften  zur  Hälfte,  seit  1916  zu  60%  und
seit  1917  zu  80%  an  die  Staatskasse  abgeführt  werden  mußten  und
daneben  die  Einkommensteuersätze  von  9  d  auf  2  s  6  d  bis  6  s
für  1  £  bei  Einkommen  über  10  000  £  sowie  die  Steuersätze  der
Supertax  gleichfalls  bis  4  s  6  d  für  1  £  bei  Einkommen  über
            
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