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Damit jeder Arbeiter unter der Herrschaft der socia-
listischen Productionsordnung den vollen Ertrag seiner
Arbeit empfange, müsste man dies Product isolieren, den
Teil, den es an dem Gesamtproduct der gemeinsamen
Arbeit ausmacht, feststellen können. Das ist eine der
schwierigsten Einwendungen, die man gegen den Col-
lectivismus machen zu können glaubt. Nach den un
zähligen Discussionen, die dieses Problem hervorgerufen
hat, brauchen wir kaum zu sagen, dass eine solche Fest
stellung an unübersteiglich erscheinenden Schwierigkeiten
scheitert.
Wenn man nicht die Wertbestimmungen nur so oben
hin vornehmen will oder allen Arbeitstagen — der Arbeit
der skilled und unskilled — denselben Wert beimessen
will wie will man dann den Wert der von allen indi
viduellen Arbeitskräften, den Geistesarbeitern wie den
Handarbeitern, den Ausführenden wie den Leitenden, die
bei der Gewinnung, Fabrication und dem Umtrieb eines
Productes beteiligt sind, geleisteten Arbeit bestimmen?
Den Anteil der individuellen Arbeitsleistung am ge
meinsamen Arbeitserträge feststellen wollen, das hiesse
in den meisten Fällen eine Nadel in einem grossen Heu
haufen suchen.
Wenn wir aber auch annehmen, es gäbe ein gemein
sames Mass zur Wertbestimmung aller individuellen Ar
beiten, so wäre es immer noch nicht gerecht, das Ge
samtproduct der gemeinsamen Arbeit unter die directen
Producenten aufzuteilen. Das hiesse nämlich das Recht
der indirecten Producenten vernachlässigen, aller jener,
deren immaterielle Mithilfe dem gemeinsamen Werke eine
unerlässliche Unterstüzung bringt; das hiesse ferner den
Schwachen, den Arbeitsunfähigen, denen die geboren wer
den, um zu leiden, das Recht auf Existenz absprechen.
Und das hiesse endlich den Individuen, aus denen sich
die Gesellschaft zusammensetzt, die von der Gesellschaft
selbst erzielten Resultate zuschreiben.