VIIL. DAS BANKGESCHÄFT G49
großen Teil des Kaxchange business für ihre amerikanischen Kunden
an. sich ziehen.
4. Die Gründungsbanken; sie befassen sich ausschließlich
oder hauptsächlich mit dem Finanzierungsgeschäft. Bis in die Mitte
des 19. Jahrhunderts haben nur Privatbankiers dieses Geschäft be-
trieben. Im Jahre 1852 errichteten die Portugiesen Emile und Isaac
Pereire den ersten Credit mobilier in Paris, der sich nur auf das
Gründungs- und Emissionsgeschäft beschränkte, bis er seine ge-
samten Mittel in den Tochterunternehmungen festgerannt hatte.
Nach diesem Vorbild wurde 1853 die Bank für Handel und Industrie
in Darmstadt, 1855 die Österreichische Kreditanstalt für Handel und
Gewerbe in Wien, der Schlesische Bankverein, die Berliner Diskonto-
gesellschaft u. a. gegründet, die aber später durchwegs auch andere
Bankgeschäfte, insbesondere das Kommissionsgeschäft, aufgenommen
haben und heute mit vielen anderen zu den Handelsbanken des
oben gekennzeichneten mitteleuropäischen Typus gehören. Eigent-
liche Gründungsbanken, die sich hauptsächlich mit dem Gründungs-
und Emissionsgeschäft befassen, bestehen gegenwärtig, wie bereits
erwähnt, nur noch in den westlichen Ländern, besonders in Frank-
reich die bereits erwähnten banques d’affaires oder credits mobiliers
und die englischen Finance companies. Die eigentliche Gründung
wird in England von Privaten durchgeführt, hinter denen nicht
selten Finanzgesellschaften und kapitalskräftige merchant bankers
stehen. Die Finanzierung ausländischer Unternehmungen sowie die
Unterbringung ausländischer Anleihen gehört zu den bedeutendsten
Geschäften der merchant bankers sowie der foreign und ecolonial
banks. Sie unterhalten vielfach Beziehungen zu den Regierungen
überseeischer Staaten, so daß sie als Bankiers dieser Länder ange-
sehen werden können, emittieren auch die Anleihen dieser Staaten
und beeinflussen ihre gesamten Finanz- und Währungsverhältnisse.
In der Union befassen sich die Trust companies und die Privat-
bankiers mit dem Gründungsgeschäfte.
5. Trust- und Finance companies; sie sind eine Besonder-
heit des englischen und amerikanischen Bankwesens, wenngleich
sie in letzter Zeit auch auf dem Kontinent Nachahmung gefunden
haben. Die Trust companies, xuch Investment Trusts, Omnium-
Gesellschaften genannt, waren ursprünglich Vermögensverwalter; sie
legen ihr Aktienkapital wie auch die ihnen sonst durch Ausgabe von
Debentures und Bonds zufließenden Gelder in Effekten oder in sonsti-
gen Beteiligungen an anderen Unternehmungen an und bezahlen
aus den Erträgnissen ihre Dividenden. Dadurch, daß sie die Gelder
in den verschiedenartigsten Unternehmungen anlegen, verteilen sie
das Risiko und können daher auf weniger sichere, dafür aber erträg-
Nisreichere Papiere greifen, als für den kleineren Kapitalisten rätlich