Full text : Die wirtschaftlichen und politischen Motive für die Abschaffung des britischen Sklavenhandels im Jahre 1806/07

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XXV  1.

Arbeit  liefern  sie“  (1.  Kapitel).  Im  I.  Buch,  8.  Kapitel,  lehrt
er,  dafs  das  Unbrauchbarwerden  eines  freien  Dieners  zwar
ebenso  auf  Kosten  der  Herren  ginge  wie  das  eines  Sklaven,
dafs  aber  die  Unkosten  bei  ersterem  geringer  wären,  weil
der  dazu  bestimmte  Fonds  vom  Diener  selbst,  d.  h.  sparsamer
verwaltet  würde.  „Ein  Mensch  (III,  2.  Kap.),  der  kein  Eigentum ­
  erwerben  darf,  kann  auch  kein  anderes  Interesse  haben,
als  möglichst  viel  zu  essen  und  wenig  zu  arbeiten;  darum  sei
die  Sklavenarbeit  im  allgemeinen  für  den  Grundbesitzer  unvorteilhaft ­
  geworden,  wie  im  alten  Italien  oder  in  dem  Getreide ­
  bauenden  Nordamerika.  Nur  da,  wo  der  Boden  noch
eine  überdurchschnittliche  Rente  gäbe,  seien  die  höheren  Kosten
der  unfreien  Arbeit  zu  ertragen,  wie  auf  den  westindischen
Zucker-  und  Tabaksplan  tagen,  wo  die  Produktion  stets  geringer
wäre  als  die  Nachfrage“.  Letztere  Voraussetzung  traf  nur
noch  bis  ungefähr  zu  Lebzeiten  des  Ad.  Smith  zu.  Seit  der
durch  den  Abfall  Nordamerikas  verursachten  Krisenzeit  überstieg ­
  das  Angebot  stets  die  Nachfrage.  Also  hätte  seitdem
auch  Smith  die  Sklaverei  und  den  Sklavenhandel  nicht  mehr
gelten  lassen  können.
Andere  Autoren  stimmten  den  Smithschen  Grundsätzen
bei.  Der  Physiokrat  Necker  trat  in  seinem  Werke  über  die
Finanzen  Frankreichs  für  eine  internationale  Abolition  ein.
Ramsay  verwies  als  Beweis  für  die  wirtschaftliche  Minderwertigkeit ­
  der  Negerarbeit  auf  den  ostindischen  Zuckerrohrbau, ­
  wo  freie  Arbeiter  viel  höhere  Erträge  erzielten  als  in
Westindien.  „Wo  Pflichtgefühl,  Ehre,  Vertrauen  und  eigener
Vorteil  an  der  Arbeit  beteiligt  sind“,  sagte  Pitt,  „da  ist  auch
Fleifs“.  „Wie  kann  man“,  fragte  Clarkson  (Impolicy,  S.  3),
„von  Menschen  gute  Arbeit  erwarten,  die  zur  Maschine  herabgewürdigt ­
  sind,  ohne  alle  guten  Eigenschaften  einer  solchen
zu  besitzen!“  „The  work  performed  by  new  slaves,  is  no
doubt  less  considerable  than  that  which  is  performed  by
creoles  or  seasoned  slaves“  (Brougham  IV,  S.  407).
Derartige  Überzeugungen  schwächten  im  Laufe  der  Entwicklung ­
  je  länger  je  mehr  die  theoretische  Grundlage  des
Sklavenhandels.  Es  steht  aber  fest,  dafs  sie  allein  nicht  ausgereicht ­
  hätten,  ihn  zu  überwinden,  wenn  er  nicht  auch  seiner
materiellen  Stützen  beraubt  worden  wäre.  —
            
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