Full text: Die wirtschaftlichen und politischen Motive für die Abschaffung des britischen Sklavenhandels im Jahre 1806/07

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Plantagenwirtschaft scheinen denen geähnelt zu haben, wie sie 
heute z. B. zwischen einem deutschen mittelbäuerlichen und 
einem ostelbischen Grofsgutsbetrieb bestehen. — 
Weitere schwere Nachteile erwuchsen den britischen 
Pflanzern endlich noch dadurch, da Cs es ihnen durch einen 
hohen Exportzoll auf raffinierten Zucker verwehrt war, 
ihren Rohrzucker selbst zu läutern (Edwards, VI, ch. V, 
S. 444). Er muiste ungeläutert nach England gehen, wo 
selbst sich vielleicht 50 Familien in dieses gewinnreiche Ge 
schäft teilten. 
Auch durch Steuern, Zölle und sonstige Abgaben waren 
die britischen Pflanzer beträchtlich stärker belastet als ihre 
ausländischen Konkurrenten (Rep. 1789, Bridges, II, S. 159). 
b) Die Krisis selbst. 
Alle diese Umstände vereint waren von überaus traurigen 
Folgen für die britischen Zuckerpflanzer begleitet. Das un 
mittelbare Ergebnis des Ausschlusses der amerikanischen Schiffe 
war, dafs die Pflanzer in die ärgste Not an den unentbehrlichen 
Produktionsmitteln, Holz, Vieh, Lebensmittel u. s. w., gerieten. 
Die Einzelstaaten der Union vergalten nämlich die egoistische 
Schiffahrtspolitik Englands mit gleichem. Einzelne verboten 
den Zutritt englischer Schiffe überhaupt, andere legten höhere 
Zölle auf britische Produkte (Huskisson’s Speeches, III, am 
12. Mai 1820). Infolgedessen stiegen die Preise für die aus 
Nordamerika importierten Güter oft um mehr als 50 °/o (Rep. 
1789, V. Evid. of the Council of St. Christopher, of Grenada, 
of Antigua etc.). „The supply of American articles necessary 
for a sugar plantation, such as lumber, fish, rice, oil, corn etc., 
by being brought in Américain vessels, comes to the French 
planters at less than half the price given by the English.“ 
Die französischen Inseln genossen nämlich seit dem mit den 
Vereinigten Staaten abgeschlossenen Abkommen vom 30. August 
1784, welches den amerikanischen Schiffen freien Zutritt ge 
währte, gröl'sere Handelsfreiheit als die britischen (Arnould, I. 
5. 90, Pitkin, S. 187 u. a.). Auf den letzteren steigerte sich 
der Mangel an Lebensmitteln derart, dafs von 1780—81 und 
von 1784—80 richtige Hungersnöte ausbrachen, die, verstärkt 
durch entsetzliche Orkane und Dürren, den Tod von 
15000 Negern auf Jamaika zur Folge hatten (Edwards, VI. 
6. 394). „The danger was imminent, the distress appalling. 
From this period the decline of Jamaica proceeded with 
accelerated speed“ (Bridges II, S. 194). Um der Not zu steuern, 
muiste der Gouverneur das Einfuhrverbot für amerikanische 
Schiffe mehrmals zurücknehmen (Edwards, ibid). 
Die Folge der allgemeinen Teuerung auf den britischen 
Inseln war die, dafs die ausländischen Pflanzer mit Hilfe der
	        
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