Full text : Antike Wirtschaftsgeschichte

Kleinasien,  Syrien.

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Steuern  zahlten.  Nur  bei  größeren  Unglücksfällen  half  das  Reich,
sonst  war  eine  besondere  Staatsfürsorge  nicht  zu  bemerken.  Industrie ­
  und  Handel  blühten,  auch  Bodenproduktion  kam  hinzu,  ebenso
ein  ausgedehntes  Handwerk  und  fabriksmäßiger  Betrieb.  Der  große
Handel,  wie  ihn  Antiochia  und  besonders  Alexandria  zwischen
Orient  und  Okzident  vermittelten,  kam  für  Kleinasien  weniger  in
Betracht,  doch  bestand  ein  starker  Verkehr  zwischen  Italien  und
Kleinasien.
Die  bauliche  Entwicklung  der  Städte  Kleinasiens  war  in  der
Kaiserzeit  vielfach  eine  großartige  (Dio  v.  Prusa  XL  VII,  15),.
wobei  gleichzeitig  immer  das  Bestreben  vorwaltete,  Fremde  heranzuziehen ­
  und  eine  gute  Population  zu  haben.  Viele  kleinasiatische
Städte  hatten  große  Vorteile  davon,  daß  die  großen,  periodisch  abgehaltenen ­
  Gerichtssitzungen  in  ihren  Mauern  abgehalten  wurden.
Dann  strömte  alles  zusammen,  die  Mitglieder  der  staatlichen  Verwaltung, ­
  Kaufleute,  Handwerker  und  Huren,  alle  Preise  stiegen,
die  Zirkulation  des  Geldes  nahm  zu,  der  Mietzins  stieg  ebenfalls,
und  die  Stadt  bereicherte  sich  auf  Kosten  der  Fremden  (Dio
v.  Prusa  XXXV,  15  f.).  Die  Industrie  und  Handelstätigkeit  der
Städte  Kleinasiens  wurde  vielfach  durch  Rohprodukte  des  eigenen
Landes  sowie  durch  Viehzucht  und  Landwirtschaft  unterstützt  (Dio
v.  Prusa  XXXV,  13).  Wie  reich  die  Städte  gewesen  sein  müssen,
kann  man  daraus  ersehen,  daß  sie  dauernd  hohe  Steuern  zu  zahlen
in  der  Lage  waren  (Dio  v.  Prusa  XXXV,  14).  Die  politische
Herrschaft  rissen  meist  die  wohlhabenden  Klassen  an  sich,  setzten
die  ärmere  Bevölkerung  zurück  und  suchten  nur  Wohlhabenden
das  Bürgerrecht  zu  verleihen  (Dio  v.  Prusa  XXXIV,  23).  Da
Kleinasien  lange  von  größeren  Kriegen  verschont  blieb,  war  die
wirtschaftliche  Lage  eine  überaus  günstige.
Die  bedeutendste  Stadt  Syriens  war  Antiochia,  etwa  vom  Range
Seleucias  oder  Alexandrias  (Strabo,  Geographie  XVI,  2),  ein
wichtiger  Posten  für  die  militärische  Beherrschung  des  umliegenden
Gebietes,  zugleich  aber  auch  für  den  Handel  überaus  günstig  gelegen. ­
  Ähnlich  wie  in  Rom  war  die  Industrie  verhältnismäßig
wenig  entwickelt,  dafür  der  Import  und  der  Zwischenhandel.  Großer
Zerealienimport  war  nicht  nötig,  da  Syrien  seinen  Bedarf  im
wesentlichen  selbst  deckte.  Aber  wenn  es  auch  überaus  fruchtbar
war  und  Getreide-,  Öl-  und  Weinpflanzungen  in  großen  Mengen
bestanden,  so  exportierte  es  doch  davon  nicht  viel.  Auf  dem  Lande
draußen  und  besonders  in  den  kleinen  Städten  waren  Industrien
            
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