Full text : Antike Wirtschaftsgeschichte

Überblick.

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großen  Eroberungsstaat,  der  zwar  auf  keiner  niederen  Kulturstufe ­
  stand,  aber  sich  nicht  weiter  entfaltete.  Mitteleuropa  bemüht
sich  jetzt  neuerdings,  jene  Gebiete  wirtschaftlich  oder  sogar  Politisch
zu  beherrschen,  um  sie  einem  einheitlichen  mitteleuropäischen  Wirtschaftskreis ­
  anzugliedern,  eine  Bewegung,  die  wir  selbst  miterleben.
Überblick.
Der  Untergang  deS  Altertums  vollzieht  sich
keineswegs  durch  eine  vernichtende  äußere  Umwälzung,
  sondern  durch  die  innere  Zersetzung
einer  völlig  durchgebildeten,  ihrem  Wesen  nach
durchaus  modernen  Kultur.
EduardMeyer,  Die  wirtschaftliche  Entwicklung ­
  des  Altertums.
Fassen  wir  das  Ergebnis  unserer  Darstellung  kurz  zusammen!
Die  administrative  Güterverteilung,  sei  es  auf  patriarchalischer
Grundlage,  sei  es  in  einem  wohlgeordneten  Staatswesen,  hat  im
Bereiche  des  Mittelmeerbeckens  nirgends  das  ganze  Altertum  hindurch ­
  angehalten.  Meist  hat  die  primitive  administrative  Verteilung ­
  und  Verwaltung  der  einzelnen  Organisationen  sich  frühzeitig
in  eine  marktmäßige  umgewandelt.  Nur  in  Ägypten  konnten  wir
die  administrative  Verteilung  zu  einer  hohen  Stufe  der  Vollkommenheit ­
  gelangen  sehen;  erst  später  ist  sie  in  eine  handelsmäßige  Organisation ­
  umgewandelt  worden.  Der  Handel  mit  fremden  Völkern
war  es  in  erster  Linie,  der  überall  die  zentralisierte  Güterverteilung ­
  störte.  Die  vor  allem  dadurch  bedingte  Einführung  allgemeiner ­
  Zahlungsmittel  veranlaßte  eine  Auflösung  der  kleineren
wirtschaftlichen  Verbände.  Besonders  auf  agrarischem  Gebiet
zeigten  sich  die  Folgen  der  handelsmäßigen,  nicht  geregelten  Wirtschaft. ­
  Der  Widerspruch  zwischen  Privatinteresie  und  Gesamtinteresse ­
  entwickelte  sich.  Aber  während  anfangs  wenigstens  der  einzelne
wirtschaftlich  Mächtigere  florierte,  hörte  das  allmählich  auch  auf,  und
es  wirkte  auch  auf  die  Reichen  zurück.  Die  Versuche  der  Kaiserzeit,
wieder  eine  administrative  Güterverwaltung  im  Interesse  der  Allgemeinheit ­
  durchzuführen,  waren  nur  auf  gewisse  Punkte  gerichtet
und  nicht  imstande,  eine  Änderung  zu  bewirken.  Da  überdies
noch  andere  auflösende  Momente  genug  vorhanden  waren,  ging
die  alte  Wirtschaftsordnung  auf  großen  Gebieten  unter.  Die  Versuche, ­
  durch  administrative  Ordnung  Hilfe  zu  schaffen,  hatten  zu
einer  stärkeren  Bindung  des  Individuums  an  die  Gesamtheit  oder
an  bestimmte  Korporationen  geführt,  wovon  vielleicht  manches  ins
            
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