fullscreen : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

952

Schmiermittel.

(147—192)  zu  erkennen  (S.  935  u.  951).  J.  Lewkowitsch 1 )  fand  auch  in  technischen ­
  Harzölen  noch  5—31  °/ 0  Harzsäuren.
d)  Liehermann-Storchsche  Reaktion.  Harz  und  Harzöl  geben  die
Liehermann-Storchsche  Reaktion,  die  in  folgender  Weise 1 )  ausgeführt  wird:
Je  1—2  ccm  öl  und  Essigsäureanhydrid  werden  unter  leichtem  Erwärmen  kräftig
durchgeschüttelt;  nach  dem  Absitzen  zieht  man  das  Essigsäureanhydrid  mittels  einer
fein  ausgezogenen  Pipette  ab  und  versetzt  es  in  einem  Reagensglase  mit  einigen
Tropfen  Schwefelsäure  vom  spezifischen  Gewicht  1,53.  Bei  Gegenwart  von  Harz  und
Harzöl  tritt  Rotviolettfärbung  auf,  die  jedoch  nur  kurze  Zeit  beständig  ist.  Diese
Reaktion  geben  die  natürlichen  Harze  der  Mineralöle  nicht  —  mit  diesen  entsteht  eine
gelblich-braune  bis  tief  schmutzigbraune  Färbung 1  2  3 )  —,  dagegen  treten  ähnliche
Färbungen  (Rosenrot  bis  Blau)  bei  Gegenwart  von  viel  Cholesterin  und  Phytosterin
auf  (Liebermannsche  Cholestol-Reaktion) 8 ).
Zur  Abscheidung  von  Harz  werden  nach  D.  Holde  8—10  ccm  öl  im  Reagensglase ­
  mit  dem  gleichen  Volumen  70  °/ 0 -igen  Alkohols  heiß  geschüttelt.  Nach  dem
Erkalten  wird  die  alkoholische  Lösung  abfiltriert  und  eingedampft.  Der  Rückstand,
der  bei  Gegenwart  von  Harz  eine  harzartige  —■  nicht  ölige  —  Konsistenz  hat,
zeigt  die  Liehermann-Storchsche  Reaktion  in  verstärktem  Maße  und  gibt  mit
alkoholischer  Natronlauge  Harzseife.
e)  Quantitative  Bestimmung  von  Harz.  Bei'Abwesenheit  von  fetten
ölen  und  freien  Fettsäuren  wird  das  öl  mit  alkoholischer  Kalilauge  gekocht  und
aus  der  Harzseifenlösung  werden  die  Harzsäuren,  die  ungefähr  der  gleichen  Menge
Harz  entsprechen,  durch  Zusatz  von  Salzsäure  abgeschieden  und  zur  Wägung  gebracht.
Zur  Bestimmung  des  Harzgehaltes  bei  Gegenwart  von  fetten  ölen  dient  das
von  Dl  Holde 2 )  verbesserte  Verfahren  von  Twitchell  bezw.  Gladding,  auf  das
hier  nur  verwiesen  werden  kann.
f)  Quantitative  Bestimmung  von  Harzöl.  Diese  geschieht  bei  Abwesenheit ­
  von  fetten  ölen  und  deren  Fettsäuren  nach  dem  Verfahren  von  Storch
in  folgender  Weise 4  * ):  10  g  öl  werden  mit  der  5-fachen  Menge  96°/ 0 -igem  Alkohol
leicht  erwärmt  und  geschüttelt.  Die  abgegossene  gekühlte  Lösung  wird,  nachdem
man  das  im  Kolben  zurückgebliebene  Mineralöl  mit  wenig  Alkohol  von  derselben
Stärke  gewaschen  hat,  in  einen  tarierten  Erlenmeyer-Kolben  gebracht  und  der
Alkohol  auf  dem  Wasserbade  abdestilliert.  Der  Rückstand  (A)  wird  gewogen  und
darauf  mit  der  10-fachen  Menge  Alkohol  behandelt.  Das  in  Lösung  gegangene
Harzöl  (B)  wird  nach  dem  Verdunsten  des  Alkohols  gewogen.  Das  darin  noch  gelöste ­
  Mineralöl  berechnet  sich  wie  folgt:  Sind  zum  Ausziehen  der  10  g  Mineralöl  a  g
und  zum  Lösen  des  ersten  Rückstandes  A  im  ganzen  b  g  Alkohol  verbraucht,  so
^  jj
lösen  a—b  g  Alkohol  A—B  g  Mineralöl,  also  lösen  b  g  Alkohol  —j, -  x  b  g  Mineralöl. ­
  Diese  Menge  ist  von  dem  Gewichte  b  abzuziehen,  um  die  Harzölmenge  zu
erhalten.
11.  Nachweis  und  Bestimmung  von  fettem  Öl  in  Mineralöl  und  von  solchem
in  fetten  Ölen.  Hierfür  werden  die  öle  mit  alkoholischer  Alkalilauge  erhitzt  (ver-1
 )  Vergl.  J.  Lewkowitsch,  Chem.  Technologie  und  Analyse  der  Öle,  Fette  und
Wachse.  Braunschweig,  Pr.  Vieweg  und  Sohn,  1905,  1,  417  und  418.
2 )  Vergl.  D.  Holde,  Untersuchung  der  Mineralöle  und  Fette.  Berlin  bei  Julius
Springer,  1905,  2.  Aull.,  169.
3 )  Ber.  d.  Deutschen  Chem.  Gesellsch.  1885,  18,  1804.
4 )  Vergl.  D.  Holde,  Untersuchung  der  Mineralöle  und  Fette.  Berlin  bei  Julius
Springer,  2.  Aufl.,  1905,  181.
            
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