Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Schmiermittel.

Die  alkoholische  Seifenlösung  kann  zur  Untersuchung  der  Art  des  verseiften
Fettes  dienen.  Man  entfernt  aus  ihr  den  Alkohol  vollständig,  löst  die  Seife  in  warmem
Wasser,  führt  die  Seifenlösung  nach  dem  Erkalten  in  einen  Scheidetrichter  über,  setzt
Salzsäure  bis  zur  stark  sauren  Reaktion  und  darauf  50—100  ccm  Äther  hinzu,  schüttelt
gehörig  durch,  läßt  die  wässerige  Flüssigkeit  abfließen,  wäscht  die  ätherische  Fettsäurelösung ­
  mehrmals  mit  etwa  10  com  Wasser  bis  zur  neutralen  Reaktion  des  letzteren  aus,
filtriert  darauf  die  Ätherlösung  durch  ein  trocknes  Filter  und  destilliert  den  Äther  ab.
Der  Rückstand,  welcher  aus  den  Fettsäuren  des  vorhanden  gewesenen  fetten  Öles  besteht,
kann  durch  Bestimmung  des  Schmelzpunktes,  der  Refraktion,  Polarisation,  Säurezahl,  Jodzahl ­
  usw.  näher  auf  seine  Natur  untersucht  werden  (vergl.  S.  516  ff.).
J.  Marcusson 1 )  hat  zum  Nachweise,  ob  in  ein  er  Mischung  mit  Mineralöl  ein
pflanzliches  oder  tierisches  fettes  Öl  vorliegt,  ein  Verfahren  ausgearbeitet,  welches
auf  der  Abscheidung  des  in  letzteren  Ölen  vorhandenen  Cholesterins  bezw.  Phytosterins
beruht.
12.  Sonstige  Untersuchungen,  a)  Zum  Nachweise  von  Pflanzenölen  in
den  als  Schmieröle  dienenden  tierischen  ölen  (Knochenöl,  Trane)  dient  die
Phytosterin-  und  Phytosterinacetat-Probe  (vergl.  S.  534  ff.).
Im  übrigen  sei  bezüglich  der  Unterscheidung  der  verschiedenen  fetten
öle,  die  als  Schmieröl  dienen,  auf  ihre  analytischen  Konstanten  auf  S.  542—545
und  Tabelle  S.  951  verwiesen;  vergl.  ferner  über  Olivenöl  S.  582,  Rüböl  S.  587.
Rizinusöl  ist  gekennzeichnet  durch  seine  verhältnismäßig  starke  Rechtsdrehung
  (vergl.  S.  525),  ferner  dadurch,  daß  es  in  jedem  Verhältnis  mit  absolutem
Alkohol  und  Eisessig  mischbar  ist.
Die  als  Schmiermittel  für  Lederwaren  dienenden  Trane  (Dorschlebertrane,
Robbentrane)  sind  außer  durch  ihren  eigenartigen  Geruch  gekennzeichnet  durch  ihre
hohen  Jodzahlen  (123—181).
h)  Die  Steinkohlenteeröle  sind  gekennzeichnet  durch  ihren  kreosotartigen
Geruch  und  durch  ihr  hohes  spezifisches  Gewicht  (über  1,0).  In  Gemischen  mit
Mineralölen  erkennt  man  sie  außer  durch  diese  Eigenschaften  auch  an  ihrem  Verhalten ­
  gegen  konzentrierte  Salpetersäure  von  1,35  spezifischem  Gewicht,  mit  der
reines  Mineralöl  nur  eine  sehr  geringe  Temperaturerhöhung  gibt,  während  sich
Teeröl  damit  stark  erhitzt.  II.
II.  Konsistente  Schmierfette.
Von  den  konsistenten  Schmierfetten  interessieren  uns  hier  besonders  die  zum
Schmieren  der  Wagenachsen  dienenden  Wagenfette  (Wagenschmieren),  auf  deren
Bestandteile  oben  (S.  940)  bereits  hingewiesen  ist.
Ihre  Untersuchung  erstreckt  sich  vorwiegend  auf  die  Bestimmung  des  Gehaltes
an  Säuren,  Öl,  Seife,  Wasser  und  Beschwerungsmitteln,  sowie  auf  die  Ermittelung
der  Natur  der  letzteren.
D.Holde 2 )  schlägt  zur  Untersuchung  dieser  Schmierfette  folgende  Verfahren  vor;
brei:  Cholesterin  oder  Phytosterin  bezw.  deren  Ester.  (Prüfung  auf  Schmelzpunkt
nach  S.  538.)
c)  Die  Substanz  mischt  sich  nicht  mit  dem  heißen  Essigsäureanhydrid,  sondern
schwimmt  als  ölige  Schicht  auf  derselben  und  erstarrt  nach  dem  Erkalten  zu  einem  festen
Kuchen;  Paraffin  oder  Ceresin.
ö  Mitteil.  d.  teclin.  Versuchsanstalten  Berlin  1900,  18,  261  und  1901,  19,  269;
vergl.  D.  Holde,  Untersuchung  der  Mineralöle  und  Fette.  Berlin  bei  Julius  Springer,
1906,  2.  Aull.,  304.
2 )  D.  Holde,  Untersuchung  der  Mineralöle  und  Fette.  Berlin  bei  Julius  Springer,
1906,  II.  Aufl.,  211  ff.
            
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