Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Schmiermittel.

8.  Bestimmung  von  Wasser  und  Asche.
a)  Bestimmung  des  Wassers.  In  hellfarbigen  ölen  gibt  sich  ein  Wassergehalt
durch  die  emulsionsartige  Trübung  nach  dem  Schütteln  kund.  Nach  D.  Holde
kann  man  auch  das  öl  mit  einer  Messerspitze  voll  entwässertem  Kupfersulfat  erwärmen. ­
  Schon  Spuren  von  Wasser  geben  sich  durch  Grün-  bis  Blaufärbung  des
Kupfersalzes  zu  erkennen.
„Der  Wassergehalt  der  Öle  ist  nur  dann  quantitativ  zu  bestimmen,  wenn  die
qualitative  Probe  einen  merklichen  Wassergehalt  erkennen  ließ.  Bei  ölen,  die  unter
240°  C.  im  Pensky-Apparat  entflammen,  erfolgt  die  Bestimmung  so,  daß  die  Gewichtsverluste ­
  gewogener,  etwa  gleichgroßer  Mengen  (je  10—15  g)  des  ursprünglichen ­
  und  des  entwässerten  Öles  beim  Erhitzen  in  Glasschalen  auf  dem  kochenden
Wasserbade  bis  zum  Verschwinden  jeglicher  Schaumhildung  bestimmt  werden.  Aus
dem  Unterschiede  der  Gewichtsverluste  beider  Proben  ist  der  Gehalt  an  Wasser  im
ursprünglichen  Öl  zu  berechnen.  Die  Entwässerung  des  Öles  vor  dem  Erhitzen
geschieht  durch  Schütteln  des  schwach  erhitzten  Öles  im  Erlenmeyer-Kolhen  mit
Chlorcalcium  und  nachheriges  Filtrieren  auf  trockenem  Filter.“
b)  Bestimmung  der  Asche.  Wenn  das  öl  in  Benzin  oder  Benzol  vollkommen
löslich  ist,  ist  eine  Bestimmung  des  Aschengehaltes  überflüssig.  Zur  Bestimmung
des  Aschengehaltes  verfährt  man  nach  D.  Holde  folgendermaßen:
20—30  g  öl  werden  in  einem  Porzellantiegel  abgewogen;  darauf  senkt  man
in  denselben  ein  als  Docht  dienendes  zusammengerolltes  aschenfreies  Filter 1 ),  läßt
dieses  sich  voll  öl  saugen  und  zündet  es  darauf  an.  Wenn  das  öl  vollkommen
heruntergebrannt  ist  (nach  3—4  Stunden),  wird  der  Rückstand  vollständig  verascht.
Bei  dunklen  asphalthaltigen  Ölen  ist  dieses  Verfahren  nicht  anwendbar,  da
das  Filter  sehr  bald  verkohlt  und  die  Flamme  erlischt.  Bei  diesen  wird  der  Tiegel
mit  dem  öl  mit  kleiner  Flamme  so  lange  vorsichtig  erhitzt,  bis  es  bei  der  Annäherung ­
  einer  Flamme  an  die  Oberfläche  von  selbst  weiter  brennt.  Die  Erhitzung
wird  mit  kleiner  Flamme  so  lange  fortgesetzt,  bis  die  flüssigen  Teile  des  Öles  verbrannt ­
  sind;  alsdann  wird  der  Tiegelinhalt  mit  starker  Flamme  unter  teilweiser
Bedeckung  des  Tiegels  mit  dem  Porzellandeckel  bis  zum  Verschwinden  der  Kohle
geglüht.
Gut  raffinierte  Maschinenöle  dürfen  höchstens  0,01  °/ 0 ,  Zylinderöle  höchstens  0,1  °/ 0
Asche  enthalten.  Ein  etwaiger  höherer  Aschengehalt  kann  nach  den  bekannten  analytischen
Verfahren  auf  seine  Bestandteile  untersucht  werden.
9.  Analytische  Konstanten  der  Schmieröle  und  ihrer  Yerfälschiiiigsmittel.
Die  analytischen  Konstanten  der  meisten  als  Schmieröle  dienenden  Öle  und  Fette
sind  bereits  in  den  Tabellen  S.  542—545  aufgeführt.  Die  wichtigsten  dieser  Werte
seien  hier  unter  Zufügung  einiger  weiteren  öle  nochmals  übersichtlich  zusammengestellt: ­

^Siehe  Tabelle  S.  951.)
10.  Nachweis  von  Harz  und  Harzöl  im  Mineralöl.  „Zur  Prüfung  auf  Harzöl
wird  eine  kleine  Probe  des  Öles  (5  ccm)  stark  mit  Schwefelsäure  vom  spezifischen
Gewicht  1,62  geschüttelt.  Wenn  nach  Trennung  der  Schichten  eine  Gelb-  bis  Braunfärbung, ­
  nicht  aber  die  dem  Harzöl  eigentümliche  Rotfärbung  der  Säureschicht  eintritt,
  ist  das  öl  harzölfrei.  Bei  eingetretener  roter  oder  zweifelhafter  dunkler
Färbung  der  Säure  ist  das  Öl  nach  den  bekannten  quantitativen  Verfahren  (Storoh-*)
  Das  Filter  wird  zweckmäßig  durch  einen  Platindraht  mit  Schlinge,  der  quer  über
den  Tiegel  gelegt  wird,  festgehalten.
            
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