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handler und Verleger ging ohne Änderungen der Produklions-
technik bloß als Resultat der raschen Entwicklung der Produk
tivkräfte vor sich.
Die Analyse der Evolution des Handwerks und der Ent
stehung des Kapitalismus wird uns die Ursachen auf decken, die
auch ohne Änderungen in der Produktionstechnik zum Siege
des kapitalistischen Großbetriebs führen müßten. Sie wird uns
auch das Verständnis des jetzt stattfindenden Kampfes zwischen
dem landwirtschaftlichen Groß- und Kleinbetrieb erleichtern.
Ebenso werden wir finden, daß die sozialen Ursachen, die im
18. Jahrhundert zum Untergang des Handwerks in einigen Ar-
heitssphären führten, jetzt in allen anderen Gewerbezweigen noch
wirken. Ein Blick auf die Vergangenheit des Handwerks wird
uns die Lösung der Frage nach seiner Zukunft erleichtern.
II.
Für die Entwicklung der Volkswirtschaft hat die Entstehung
des Handwerks eine gewaltige Bedeutung. Mit ihm beginnt der
Übergang von der isolierten Naturalwirtschaft zu den anderen
Wirtschaftsformen, die sich auf den Austausch von Produkten
gründen.
Da die Handwerker zunächst nur solche Produkte herstellen,
die jede einzelne Wirtschaft nur in geringer Menge verbrauchen
kann (sonst würde die Wirtschaft sie selbst produzieren), so
arbeiten die Handwerker gewöhnlich gleichzeitig für mehrere
Wirtschaften. Die Zunahme der Handwerkerzahl ruft die Um
wandlung der Gemeinde- in die Ray on Wirtschaft hervor. Wäh
rend es in einer Gemeindewirtschaft nur wenige Handwerker
gibt (Schmiede, Böttcher und einige andere), zählt man deren
in einer Ray on Wirtschaft Hunderte. In Wien sollen im Jahre
1463 ca. 100 Berufsarten gewesen sein, für Frankfurt am Main
gibt Bücher deren Zahl im Jahre 1387 auf 148, 1440 auf 151
und 1500 auf 300 an. Je mehr Berufsarten und je größer die
Zahl der Handwerker, einen um so größeren Umfang nimmt
die Rayonwirtschaft an, für die die Handwerker arbeiten.